Schwedisch lernen – Tipps & Tricks

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Eigentlich wollte ich ja mein Spanisch aufbessern (oder sollte ich es besser „wiederbeleben“ nennen?). Bevor ich das jedoch in Angriff nehmen konnte, kam mir etwas Entscheidendes dazwischen: und zwar mein Freund.

Mein Freund, der Schwede ist, und der demzufolge Schwedisch als Muttersprache spricht. Da erschien es mir logischer, mich stattdessen an Schwedisch heranzuwagen.

Nur: wie beginnt man damit, Schwedisch zu lernen? Nicht immer hat man die Möglichkeit, an einem Volkshochschulkurs teilzunehmen. Ich hatte diese Möglichkeit jedenfalls nicht. Zudem wollte ich es erst einmal testen, ob es etwas für mich ist, bevor ich viel Geld investiere und dann doch keine Lust dazu habe.

Auf diversen Blogs und Internetseiten fand ich zahlreiche Tipps zum Schwedisch lernen, die für mich mal mehr, mal weniger hilfreich waren. Hiermit möchte ich dir einige Tipps zusammentragen, die mir wirklich geholfen haben bzw. es noch tun!

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Ist Schwedisch eine schwierige Sprache?

Ich würde sagen nein. Vieles im Schwedischen erinnert mich an Deutsch oder Englisch. Viele Wörter sind zum Deutschen sogar exakt gleich. Nur die Satzstellung und die Grammatik funktionieren etwas anders als im Deutschen und man kommt nicht darum herum, das zu lernen. Unregelmäßige Verben gibt es, wie in fast jeder Sprache, natürlich auch. Nichtsdestotrotz macht es einem die Schwedische Sprache verhältnismäßig einfach, indem die Verbformen bei jeder Person (ich, du, er, sie, es, wir…) gleich konjugiert werden. Als das schwierigste am Schwedisch lernen empfinde ich persönlich die Aussprache bei manchen Wörtern, zumindest wenn man sie im korrekten „Hochschwedisch“ aussprechen möchte.

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Schwedisch online lernen

Wer nicht gerade in einer größeren Stadt oder in Norddeutschland wohnt, wird kaum eine Möglichkeit haben, einen Volkshochschulkurs für Schwedisch zu besuchen. Wer die Sprache dennoch lernen möchte, auf eigene Faust, dem fällt vermutlich als erstes eine der bekannten Sprachlern-Apps wie Babbel ein.

Für Schwedisch gibt es da aber etwas ganz tolles, mit dem ich am Anfang ausgiebig gearbeitet habe und das ich absolut empfehlen kann: sprichmalschwedisch.com! Der Schwede Joakim Andersson hat diese Seite als Hobby-Projekt ins Leben gerufen und damit eine hervorragende Lernhilfe für Schwedisch-Lernende geschaffen. Die Audiolektionen mit Hörverständnis-Texten sind kostenlos, bringen einem Anfänger allerdings nur bedingt etwas. Möchte man alle Lernhilfen und -texte nutzen, lohnt es sich, einen Premium-Zugang über Patreon zu erwerben (aktuell $7 pro Monat). Dann hat man Zugriff auf die Texte der Hörverständnis-Lektionen inklusive Übersetzung, Grammatik- und Vokabelübungen, Erläuterungen zur Grammatik und Vokabellisten, Videos und Podcasts. Und für diejenigen, die nicht gerade einen eigenen Schweden zur Verfügung haben, um das Erlernte zu testen und Fragen zu stellen, gibt es einen Chat mit Joakim und anderen Schwedisch-Schülern. Nutzt man sprichmalschwedisch.com richtig, kann man weit kommen und die $7 im Monat sind ein Witz. Den Großteil meines Grundwissens habe ich mir hiermit erarbeitet.

Eine andere App, die ich getestet habe, ist die kostenlose Version von Duolingo. Das allerdings lohnt sich eher als nützlicher Zeitvertreib für Zwischendurch und um ein paar neue Wörter zu lernen. Auf spielerische Weise muss man Sätze übersetzen und vervollständigen und gewinnt dabei Punkte, sog. Lingots. Es gibt allerdings keine Erläuterungen zur Grammatik, jedenfalls nicht in der kostenfreien Version.

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Schwedisch schreiben

Sobald man sich ein bisschen Schwedisch angeeignet hat, sollte man baldmöglichst damit anfangen, selbst Sätze zu formulieren oder sogar Texte zu schreiben. Das habe ich anfangs analog der Lektionstexte aus sprichmalschwedisch.com gemacht, aber auch immer wieder andere Themen zwischendurch. Beispielsweise ein Über-mich-Text, eine Postkarte, ein Dialog und und und, der Fantasie ist hier keine Grenzen gesetzt (außer vielleicht durch den noch nicht vorhandenen Wortschatz!). Idealerweise hat man jemanden, der die Texte auch korrigieren kann, damit man sich nichts Falsches beibringt.

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Grammatik & Vokabeln

An der Grammatik kommt man leider bei keiner Sprache vorbei. Gut ist, dass es einem die Grammatik beim Schwedisch lernen nicht allzu schwer macht. Gelernt sein will sie aber trotzdem, daher gilt auch hier: neu Erlerntes üben, üben, üben und möglichst viel schreiben, um es zu verinnerlichen.

Fast noch wichtiger beim Schwedisch lernen sind die Vokabeln. Mit den Vokabeln beschäftigt man sich am besten jeden Tag. Das muss nicht sehr lange sein, eine Viertelstunde reicht vollkommen aus, wenn man es konsequent jeden Tag praktiziert.

Ich fahre mit folgender Vorgehensweise am besten: jeden Tag 10 bis 15 neue Vokabeln (abhängig davon, wie schwierig sie sind) vornehmen und diese intensiv lernen. Und dann natürlich immer wieder mal wiederholen, damit man sie nicht wieder vergisst, sondern sie im Langzeitgedächtnis landen. Hat man ein bisschen mehr Zeit, kann man sich die Vokabeln vornehmen und damit versuchen, Sätze zu bilden. Und diese natürlich wieder korrigieren lassen.

Dann haben wir noch das dagens ord, das Word of the Day. Jeden Tag schickt mir mein Freund ein (nach Möglichkeit für mich neues) Wort mit einem Beispielsatz, das ich in mein Vokabelheft bzw. meinen Vokabeltrainer aufnehmen kann. So kommen regelmäßig neue Wörter zu meinem Wortschatz dazu.

Bisher habe ich meine Vokabeln immer in Vokabelhefte geschrieben, dabei manche Wörter aber versehentlich doppelt und dreifach übernommen. Karteikarten waren nie wirklich meins. Vor Kurzem habe ich mir auf mein Handy einen Vokabeltrainer als App heruntergeladen, wo ich meine „Karteikarten“ selbst anlegen und damit üben kann. Damit habe ich für mich eine gute Alternative gefunden, die mir das Vokabeln lernen vereinfacht.

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Hemmungslos drauf los reden

Spätestens dann, wenn du imstande bist, ein paar eigene Sätze zu formulieren, solltest du auch unbedingt eines machen: reden! Schriftliche Kenntnisse sind beim Schwedisch lernen wichtig, aber in der Lage zu sein, sich mündlich zu verständigen, umso wichtiger. Ich rede so viel wie möglich mit meinem Freund auf schwedisch. Beispielsweise erzähle ich von meinem Tag, oder was ich am Wochenende vor habe, erzähle von einem Buch, welches ich gerade lese, von einem Film, den ich gesehen habe oder einem Hörbuch, welches ich gehört habe.

Viele haben beim Reden in einer Fremdsprache leider Hemmungen. Das kenne ich auch von mir selbst noch aus der Schule. Aber das ist genau der falsche Weg! Eine Sprache lernt man nicht über Nacht und da ist es völlig klar, dass man Fehler macht – steh‘ einfach darüber! Man sollte sich keine Sorgen machen, ob man sich blamiert, etwas falsch ausspricht oder sogar völligen Kauderwelsch von sich gibt. Wenn etwas falsch ist, einfach darüber lachen und aus den Fehlern lernen. Nobody is perfect!

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Hörverstehen üben

Schweden reden gerne schnell, nuscheln manchmal und verschlucken Teile ihrer Wörter. Und das zu verstehen, will geübt sein. Auch das habe ich in meine tägliche Lern-Routine eingebaut. Neben den Hörverständnis-Texten auf Sprichmalschwedisch.com kann man, sobald man etwas geübt ist, auf viele Arten sein Hörverstehen verbessern.

Ich höre von Montag bis Freitag jeden Morgen sehr gerne Radio Sweden på lätt svenska, eine Nachrichtensendung des schwedischen Radios für Neulinge in Schweden, die die Sprache noch nicht einwandfrei beherrschen. Jeden Tag gibt es drei unterschiedliche, alltägliche Themen, mal aus der Politik, über Kultur, Sport, das Wetter und vieles mehr. Jeder Podcast ist ungefähr 8 bis 10 Minuten lang und die Nachrichtensprecherinnen sprechen langsam, deutlich und in einfach gestrickten Sätzen, um es auch für Anfänger leicht verständlich zu machen. Wenn man mal keine Zeit hat, kann man sämtliche Podcasts auch später anhören oder sogar herunterladen. Radio Sweden på lätt svenska kann ich jedem Schwedisch-Anfänger nur ans Herz legen, denn es hilft enorm beim Schwedisch lernen und Hörverstehen. Man lernt viele neue, wichtige Vokabeln aus dem schwedischen Alltag und bleibt darüber up-to-date, was in Schweden gerade vor sich geht.

Wer Radio Sweden på lätt svenska schon ohne Probleme versteht, dem kann ich Ljudböcker, Hörbücher bzw. Hörspiele, empfehlen. Davon gibt es unzählige kostenfrei auf Youtube. Da ich mich mit Hörverständnis noch etwas schwer tue, greife ich auf Barnböcker, also Kinderbücher, zurück. Bestenfalls welche, deren Geschichte ich schon kenne, das macht es noch einfacher. Zur Zeit höre ich mich durch die Pettson och Findus Bücher – na, wer kennt’s?

Übrigens: auch schwedische Musik hilft dabei, das Gehör für die schwedische Sprache empfänglicher zu machen.

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Schwedisch lesen

Ob Übungstexte, News, Comics, in Internetforen oder Bücher: Hauptsache, man liest auch auf schwedisch.

Vom compact Verlag gibt es aktuell zwei schwedische Lernkrimis. Das erste, „Mordet på fjorden“, ist für Lernende mit Niveau A1 gedacht, das zweite Buch „Döden i Göteborg“ für A2. Das erste habe ich schon gelesen und empfand es als sehr gut. Ich hatte kaum Probleme damit, die Geschichte zu verstehen. Zudem gibt es auf jeder Seite eine Übersetzung einiger Vokabeln oder Erklärungen.

Auch beim Lesen eignen sich für den Anfang neben Lernlektüren Kinderbücher sehr gut. Davon gibt es in Schweden ja unzählig viele gute Exemplare! Und je nach dem, wie fortgeschritten man ist, kann man sich an schwierigere Bücher heranwagen. Immer gut sind Geschichten, die man schon kennt und mag. Ich lese beispielsweise Harry Potter auf Schwedisch.

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Das Wichtigste: hab‘ Spaß dabei!

Ganz wichtig bei der ganzen Sache ist, dass man Spaß am Schwedisch lernen hat und diesen nicht verliert. Gestalte deinen Lernalltag so, wie es dir gefällt und auch ein bisschen danach, was dir Spaß macht. Grammatik und Vokabeln lernen macht vielleicht nicht immer so viel Spaß, dafür kann man das aber beim Hörverstehen, Schreiben, Lesen und auch Sprechen wieder ausgleichen. Ein paar Denkanstöße, wie das funktionieren kann, habe ich dir jetzt hoffentlich gegeben!

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Fazit

Wenn man Schwedisch auf eigene Faust richtig lernen möchte, sollte man ein bisschen nach Plan vorgehen. Wenn ein Volkshochschulkurs nicht möglich ist, kann man mit einem Lernbuch oder online mit einem Kurs starten. Sobald man sich damit einige Grundkenntnisse angeeignet hat, gibt es zig Möglichkeiten, sich in den einzelnen Bereichen zu verbessern und zu üben. Wichtig ist jedoch, dass man sich regelmäßig um alle Bereiche kümmert: das Schreiben, das Lesen, das Reden und das Hörverstehen. Das ist neben dem Vokabeln und Grammatik lernen essenziell, um ein Gefühl für die Sprache zu bekommen.

In diesem Sinne – hej då, vi ses!

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Und nun würde ich gerne von dir wissen – welche Sprache lernst du gerade? Und hast du vielleicht noch den einen oder anderen ergänzenden Tipp, wie man sich das Lernen von Fremdsprachen vereinfachen kann?

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