Die Elfentour – Reiten mit Eldhestar in Islands Südwesten

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Wer in Island unterwegs ist, trifft auch zwangsläufig auf viele, viele Islandpferde. Insbesondere während der Sommermonate können sich die Pferde, genauso wie die isländischen Schafe, auf der Insel ziemlich frei bewegen. Man findet sie auf fast jeder Wiese grasen und manchmal neugierig am Straßenrand stehen. Für das authentische Island-Erlebnis gehören sie einfach dazu!

An unserem letzten freien Tag ohne Programm auf Island entschieden wir uns, meine beste Freundin und ich, deshalb dazu, eine Reittour mitzumachen. Über Troll Tours wurden zwei verschiedene Touren angeboten: die Elfentour für Anfänger, die mit allem drum und dran ungefähr einen halben Tag dauerte oder die Ganztagestour Tal der heißen Quellen, geeignet für Reiter, die schon etwas sicherer im Sattel sitzen. Da wir beide nicht reiten konnten, entschieden wir uns natürlich für die Anfängertour.

 

 

Die Elfentour

Pünktlich um 08:30 Uhr wurden wir an unserem Hotel in Reykjavík abgeholt und zum Reiterhof Eldhestar gebracht. Dort warteten bereits mehrere Guides auf uns, die uns auf dem Reiterhof begrüßten. Da wir ziemlich viele waren (natürlich klischeehaft fast nur Frauen und Mädels, wer hätte das gedacht?) und nicht alle auf einmal losreiten konnten, wurden wir in Gruppen eingeteilt. In unserer Gruppe waren 14 Personen und drei junge, weibliche Guides, von denen eine sogar aus Deutschland war.

Je nach Reiterfahrung wurden uns dann die Pferde zugeteilt. Die Guides erklärten uns auf Deutsch und auf Englisch, wie wir die Pferde lenken, zum Laufen und, am wichtigsten, wieder zum Anhalten bringen konnten. Als alle im Sattel saßen, ritten wir probeweise eine Runde auf dem Hof und starteten dann unsere Elfentour.

Wir ritten eine Weile langsam vom Hof weg und die Guides gaben sich Mühe, hier und da Tipps zu geben und keinen Reiter zu vernachlässigen. Nach etwa zehn Minuten machten wir einen Stopp und einer der Guides erklärte uns das Tölten. Tölt ist eine Pferdegangart, welche Islandpferde von Natur aus beherrschen. Im Gegensatz zu Trab und Galopp gilt diese Gangart als eher sanft für den Reiter, was ich nach meinen eigenen Erfahrungen so allerdings nicht unterschreiben würde. Ich empfand die Gangart als ziemlich holprige Angelegenheit. Es folgten ein paar (mehr oder weniger erfolgreiche) Versuche, die Pferde zum Tölten zu bringen, was jedoch nicht jedem Reiter auf Anhieb gelang.

Bei einer weiteren Verschnaufpause erzählten uns die Guides verschiedene Geschichten über die „verborgenen Leute“, also die Elfen. Elfen und andere Sagengestalten spielen auf Island nach wie vor eine große Rolle. Das wird nicht zuletzt durch die Existenz eines Elfenbeauftragten bewiesen. Diesen Beruf gibt es auf Island nämlich wirklich! Sobald ein Bauprojekt ansteht, wird dieser nicht selten zu Rate gezogen. Der Elfenbeauftragte kann bestimmen, wo sich (natürlich unsichtbare) Elfensiedlungen befinden und wie man bauen muss, um diese zu umgehen. Erzürnt man nämlich die Elfen damit, dass man zu nah oder gar auf ihren Siedlungen ein Bauprojekt verwirklicht, kann das ernsthafte Probleme mit sich ziehen. Während uns die Guides von verschiedenen Vorfällen erzählten, ritten wir an einigen Orten in der näheren Umgebung des Reiterhofes vorbei, an denen angeblich Elfen lebten oder wo es in der Vergangenheit zu Begegnungen mit ihnen kam.

Unsere Reitstrecke verlief in direkter Nähe der Farm, sodass man sie fast immer in der Ferne im Blick hatte. Die Strecke bestand aus flachem Grasland und ebenen Wegen. Erst zum Schluss führten uns die Guides durch ein recht steiniges Gebiet, wo sich die Pferde ihren eigenen Weg suchen mussten. Zu guter Letzt reiteten wir noch durch einen flachen Bachlauf.

Wieder auf dem Hof angekommen, musste jeder sein Pferd anbinden und absatteln – das gehört zum Reiten schließlich auch dazu. Bevor wir wieder zum Hotel zurück gebracht wurden, gab es im Hotel Eldhestar noch ein kleines Mittagessen. Es gab Brot und Brötchen, verschiedene Aufstriche und eine leichte Gemüsesuppe.

 

Die Islandpferde

Auf ihre Pferde sind die Isländer schon ziemlich stolz. Man nennt sie übrigens nicht Islandponys! Wer sie so bezeichnet, riskiert ein Fettnäpfchen.

Und wusstet ihr, dass außer den Islandpferden keine anderen Pferde nach Island eingeführt werden dürfen? Auch kein Islandpferd, das Island verlassen hat? Einmal die Insel verlassen, gibt es für die Pferde keinen Weg mehr zurück.

Mit Pferden kenne ich mich eigentlich nicht aus und ich habe so gut wie keine Erfahrung mit ihnen. Im Reiten schon gar nicht. Und da war ich natürlich nicht die einzige in unserer Gruppe. Die Guides haben daher im Voraus genau nachgefragt, wie viel Erfahrung die einzelnen Teilnehmer schon mitbrachten. Entsprechend unserer Angaben haben die Mädels, die ihre Pferde schon gut kennen, die Pferde für jeden Reiter ausgesucht.

Die Pferde auf unserer Tour waren allesamt recht folgsam und brav. Es gab kein bockiges Pferd und auch keine anderen unschönen Zwischenfälle. Während der Pausen, in denen die Guides etwas erzählten und wir auf den Pferden sitzend einfach nur in der Landschaft herum standen und zuhörten, konnten es sich aber die wenigsten Pferde verkneifen, das Gras am Wegesrand anzuknabbern. Mit ein paar Tipps der Guides ließ sich aber auch das unterbinden.

Ein weiterer guter, entspannender Aspekt für Anfänger war, dass die Islandpferde die Tour schon in und auswendig kannten. Da die Pferde diese Tour fast jeden Tag mitmachen, wussten sie schon sehr genau, was von ihnen erwartet wurde. Da war es in den meisten Fällen dann gar nicht so schlimm, wenn der Reiter nicht recht wusste, was zu tun ist.

 

Der Reiterhof Eldhestar

Der Reiterhof Eldhestar wurde 1986 gegründet und hat seitdem seine Touren-Angebote über die ganze Insel ausgebreitet. Mittlerweile werden auch Touren mit anderen Schwerpunkten angeboten, wie z.B. Vogelbeobachtungen oder Wanderungen.

Im Mai 2002 eröffnete neben der Farm ein gemütliches Öko-Hotel. Das Hotel Eldhestar hat 26 Doppelzimmer mit Internetanschluss, Konferenzsaal und einem Speiseraum.

Das Team von Eldhestar besteht aus ca. 20 Personen. Die Reittouren können je nach Besetzung auf Englisch, Schwedisch oder sogar Deutsch durchführt werden.

 

Anfahrt & Landschaft

Der Reiterhof Eldhestar befindet sich auf der Farm Vellir. Das ist in etwa 30 bis 40 Minuten mit dem Auto von Reykjavík entfernt. Der Anfahrtsweg ist einfach zu Beschreiben: man muss nur immer der Ringstraße 1 nach Süden folgen, dann sieht man schon bald das entsprechende Eldhestar-Schild mit dem Logo, wo man abbiegen muss. Verfehlen kann man es kaum. Wer allerdings nicht mit einem Mietwagen oder dem Bus fahren möchte, der kann sich auch direkt vom Hotel in Reykjavík abholen und danach wieder dort hinbringen lassen. Bei uns war das ohne Aufpreis möglich.

Die Landschaft um Eldhestar herum ist eher flach, sodass die ersten Reitversuche noch leichter fallen. Etwas weiter entfernt kann man allerdings auch Berge und Hügel sehen. In der Nähe durchquert ein Bachlauf das Gelände.

Die Adresse des Reiterhofs findet ihr hier.

 

Die Buchung

Da wir unsere Island-Reise über Troll Tours gebucht haben, haben wir die Reittour nicht direkt über Eldhestar gebucht. Troll Tours bietet die Elfentour (einer der Halbtagesausflüge) und das Tal der heißen Quellen (Tagesausflug) zur Vermittlung an. Die Preise sind dieselben wie bei Eldhestar direkt und man kann den Ausflug sowohl vor der Anreise als auch vor Ort dazubuchen. Da wir die Tour vor Ort „last minute“ dazu gebucht haben, hatten wir die Möglichkeit, per Kreditkarte oder bar in Euro (nur Scheine!) zu zahlen.

Möchte man die Reittouren direkt bei Eldhestar buchen, kann man das per E-Mail machen oder telefonisch.

Eine Mindestteilnehmerzahl gab es bei der Elfentour keine.

 

Fazit

Für Anfänger ist die Elfentour sehr gut geeignet. Die Dauer war für uns gerade richtig, um ins Reiten auf Islandpferden hinein zu schnuppern. Der ganze Ausflug mit Transfer, Begrüßung, Einführung, Reittour und anschließendem Mittagessen dauerte einen halben Tag. Die Reittour selbst hingegen dauerte ungefähr eineinhalb Stunden.

Die Gruppe war mit 14 Personen zwar nicht gerade klein, aber mit drei Guides ausreichend betreut. Man erfuhr einiges über die Bedeutung der Elfen für Island und wir hatten sogar die Möglichkeit, ab und zu zu tölten.

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Bist du schon Islandpferde auf Island geritten? Wie hast du die Gangart Tölt empfunden? Erzähl‘ mir gerne mehr in den Kommentaren!

Noch nicht genug von Island?

Kleiner Hinweis: Das Titelbild wurde nicht auf dem Reiterhof Eldhestar geschossen. Das waren einfach ein paar besonders hübsche, neugierige Islandpferde am Straßenrand!

3 Kommentare zu „Die Elfentour – Reiten mit Eldhestar in Islands Südwesten“

  1. Hallo Vanessa! So ging es mir letztes Jahr auf Mauritius, da war die Erfahrung auch ziemlich unschön… Mein Freund und ich haben Pferde zugeteilt bekommen, die beide ständig versucht haben, uns abzuwerfen. Ich war zum Schluss einfach nur noch froh, als wir wieder absteigen konnten und uns nichts passiert ist. Mir macht reiten eigentlich schon Spaß, aber so ein bisschen mulmig ist mir nach dieser Erfahrung auch… Nächstes Mal werde ich zumindest genauer nachfragen, ob es auch wirklich Pferde sind, die für Anfänger geeignet sind. Und im Zweifelsfall lasse ich es lieber sein!

  2. Ich hab mal eine unschöne Erfahrung mit einem Pferd gemacht und bin seitdem immer eher skeptisch aber Island auf dem Pferderücken zu entdecken, stell ich mir schon toll vor! Und der Tölt muss ja auch ein Erlebnis an sich sein!

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