Auf Tuchfühlung mit Wölfen und Elchen – im Polar Park Arctic Wildlife Centre

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Als ich im Norden Skandinaviens unterwegs war, hatte ich Verschiedenes auf meiner To-Do-Liste stehen. Neben Whale Watching, Schneemobil fahren und Polarlichter beobachten, wollte ich natürlich auch das eine oder andere Wildtier aus den nördlichen Gefilden sehen. Elche und Rentiere lassen sich des Öfteren am Straßenrand blicken, ein bisschen Glück gehört aber natürlich dazu. Und das hat bei mir noch nicht so gut geklappt. Ein paar Rentiere hier und da, aber einen Elch habe ich bisher nur einmal gesehen. Und das war nicht im Norden, sondern in der Nähe von Stockholm. Wer sich – wie ich – nicht auf sein Glück verlassen und neben Rentieren und Elchen gerne noch andere Wildtiere beobachten möchte, der kann im Polar Park bei Bardu in Norwegen seinem Glück etwas auf die Sprünge helfen. Natürlich ist es nicht dasselbe, wie Wildtiere in freier Natur zu beobachten, aber besser als gar nichts.

 

 

Polar Park Arctic Wildlife Centre

Im Polar Park, dem nördlichsten Wildpark der Welt, kann man einige der skandinavischen Wildtiere aus nächster Nähe beobachten. Die Tickets für den Eintritt erhält man am Eingang, zusammen mit einer Übersichtskarte der Gehege und einer kurzen Einführung, wo man welches Tier gerade sehen kann. Das kann sich nämlich von Zeit zu Zeit auch mal ändern. Nicht immer kann man alle Tiere sehen und manchmal werden auch die Gehege gewechselt. Die Rentiere waren während unseres Besuchs frei im Park unterwegs. Ansonsten konnte man Elche, Moschusochsen, Hirsche, Wölfe, Polarfüchse, Luchse und Braunbären sehen.

Mit der leicht modifizierten Karte in der Hand begannen wir somit unseren einsamen Rundweg durch den Park. Wir besuchten den Polar Park im April und es war bis auf uns kein einziger weiterer Gast dort. Alles war mucksmäuschenstill, bis auf das Geheul der Wölfe, welches die Stille ab und an unterbrach.

Zuerst kamen wir am Gehege der Elche vorbei. Zwei Elche haben wir dort gesehen, die beide direkt am Holzzaun standen. Da sieht man erst einmal, wie groß diese Tiere tatsächlich sind! Weiter ging es zu den Hirschen, die uns neugierig, aber auch etwas verhalten beobachteten.

Interessant wurde es für mich bei den Moschusochsen. Da standen ein erwachsenes und ein Jungtier im Gehege. Das Kleine hielt sich eher im Hintergrund, während der große Moschusochse hinter einem Balken der Futterraufe hervorlugte. Er wirkte irgendwie ein bisschen schüchtern, aber doch neugierig. Als ich dann meine Position am Gatter wechselte, um ein Foto aus einer anderen Perspektive zu schießen, war von Schüchternheit keine Spur mehr. Plötzlich sprintete der Moschusochse auf mich zu und machte eine Vollbremsung direkt am Zaun, während ich erschrocken rückwärts taumelte. Scheinbar erhoffte er sich Futter von mir, denn nun schaute er mich ganz unverhohlen und hoffnungsvoll durch die Holzbretter an.

Wir kamen an den Luchs-Gehegen vorbei, wo wir allerdings vorerst keine Luchse entdecken konnten. Erst später präsentierte sich einer der Luchse auf einem Felsvorsprung und rief immer wieder nach seinen Jungen, die aber leider in ihrem Versteck blieben.

Schräg gegenüber befand sich das Wolfsgehege. Einige der Wölfe liefen ganz dicht am Zaun entlang, sodass man sie sehr gut sehen konnte. Auf dem Rückweg hat uns einer sogar aus sicherer Entfernung ein bisschen verfolgt.

Um zum Bärengehege zu gelangen, mussten wir ein bisschen durch den Schnee stapfen. Erst dachten wir, die Bären hätten sich nach innen verzogen und wir würden keine zu Gesicht bekommen. Dann kamen sie aber tatsächlich raus und wir konnten vier oder fünf Bären sehen, darunter ein Albino. Ob das Gehege für die Bären tatsächlich groß genug war, wage ich aber zu bezweifeln. Es war zwar groß, aber für mehrere große Bären kam es mir ein bisschen zu klein vor.

Auf unserem Rückweg nach unten sahen wir einige Rentiere, die am Wegesrand grasten und sich frei im Park bewegen konnten.

Die Gehege sind größtenteils an einem Hang verteilt, sodass man im Park auch ein gutes Stück nach oben und wieder nach unten zurück legen muss. Die meisten Bereiche empfand ich als ziemlich groß, was sowohl seine Vorteile, als auch seine Nachteile hat. Für die Tiere selbst finde ich es gut und auch sehr wichtig, dass sie ausreichend (oder zumindest ansatzweise ausreichend) Platz zur Verfügung haben. Andererseits verringert das natürlich die Wahrscheinlichkeit, dass man als Besucher des Parks die Tiere auch tatsächlich zu Gesicht bekommt. Die Polarfüchse zum Beispiel habe ich kein einziges Mal gesehen, obwohl wir extra zweimal am Gehege vorbei gelaufen sind. Aber das muss man eben so hinnehmen.

Ein besonderes Highlight im Park ist der WolfVisit. Hierbei darf man mit den Wölfen im Gehege auf Tuchfühlung gehen. Voraussetzung ist, dass man in einer guten körperlichen Verfassung, mindestens 18 Jahre alt und mindestens 160 cm groß ist und zudem entweder Norwegisch oder Englisch spricht. Der Preis ist allerdings mit NOK 1500,- pro Person ganz schön satt, sodass wir uns letztendlich dagegen entschieden haben. Vorerst.

 

Anfahrt

Die Anfahrt ab Narvik ist ziemlich einfach. Man nimmt die E6 in nördliche Richtung und folgt der Straße, bis man an der gut ausgeschilderten Abfahrt zum Polar Park angekommen ist. Die Fahrt von hier dauert ca. eine Stunde, die Entfernung beträgt 70 km.

Der Polar Park liegt an einem kleinen Flusslauf, eingebettet in die Natur. Drum herum befinden sich in der direkten Umgebung keine Städte. Verlässt man die E6 an der Ausfahrt vom Polar Park, fährt man nur noch ein kurzes Stück bis zum Park selbst.

Parkmöglichkeiten gibt es direkt am Eingang. Als wir dort waren, war der Parkplatz komplett leer – zuerst dachten wir, der Park könnte geschlossen haben. Tatsächlich war er aber geöffnet, nur waren wir die einzigen Besucher…

Mehr Infos findet ihr auf der Homepage von Polar Park.

 

Öffnungszeiten und Preise

Im Herbst, im Winter und im Frühling (01. September bis 19. Juni) hat der Park unter der Woche, sowie an Wochenenden und Feiertagen, von 10:00 Uhr bis 16:00 Uhr geöffnet. Allerdings gibt es auch bestimmte Tage, an denen der Park geschlossen hat (wie Weihnachten z. B.).

Die Sommersaison reicht vom 20. Juni bis zum 31. August. Zu dieser Zeit hat der Park täglich von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr geöffnet.

Bei den Eintrittskarten gibt es nun verschiedene Möglichkeiten. Wer einfach nur den Park besuchen und darin herumschlendern möchte, der kauft eine normale Eintrittskarte für NOK 240,- (Kinder von 3 bis 15 Jahre zahlen nur NOK 130,-). Es gibt auch Familienangebote oder die Möglichkeit zu einer privat geführten Tour durch den Park, was dann NOK 1000,- kostet.

Der WolfVisit kostet pro Person NOK 1500,-, es müssen aber mindestens 2 Personen daran teilnehmen. Voraussetzung ist, dass man mindestens 18 Jahre alt, 160 cm groß ist, Englisch oder Norwegisch spricht und in guter körperlicher Verfassung ist.

Es wird eine Fototour angeboten, das kostet ebenfalls NOK 1500,- pro Person. Hierbei muss man auch in guter körperlicher Verfassung sein und Englisch oder Norwegisch sprechen. Man darf dabei 30 Minuten ins Gehege.

Der Polar Park hat auch eine Zipline. Hierfür muss man mindestens 8 Jahre alt sein und mindestens 25 kg wiegen (maximal 125 kg). „Over the River“ kostet NOK 60,-, „Zipline Extreme“ NOK 250,-.

Der herkömmliche Eintrittspreis kommt auf oben genannte Preise jeweils on top dazu.

Man kann die Tickets online kaufen, aber auch im Park selbst bekommen. Für spezielle Anfragen (wie der WolfVisit) empfiehlt sich wahrscheinlich, das vorher anzumelden.

10 NOK entsprechen übrigens ca. 1,10 EUR.

Weitere Informationen findet ihr auf der Homepage des Polar Park Arctic Wildlife Centre.

 

Fazit

Mein Fazit zum Polar Park sehe ich mit gemischten Gefühlen. Mir hat es Spaß gemacht, durch den Park zu schlendern und einige der Wildtiere Skandinaviens aus nächster Nähe zu betrachten. In der freien Wildbahn hat man, wenn überhaupt, am ehesten noch die Möglichkeit, Elchen und Rentieren über den Weg zu laufen. Eine Begegnung mit Wölfen, Bären und co. kommen nun einmal doch äußerst selten vor, was wohl auch besser ist. ABER… so sehr man sich bemüht, es den Tieren schön zu machen, sind es doch Wildtiere in Gefangenschaft. Und hätten die Tiere die Wahl, hätten sie sich das so mit Sicherheit nicht ausgesucht.

Falls ich noch einmal in den Polar Park gehen sollte, dann wahrscheinlich zu einer anderen Jahreszeit. Man merkte, dass eigentlich nicht die ideale Zeit für einen Besuch im Park war. Nicht nur, weil wir die einzigen Besucher im Park waren, sondern auch, weil teilweise Bauarbeiten stattfanden.
Im Sommer bei schönem Wetter stelle ich mir den Besuch im Polar Park doch schöner vor. Aber dann auf jeden Fall mit einem Wolf und Fox Visit.

 

***

Würdest du dich ins Wolfsgehege trauen? Ich habe es beim letzten Besuch zwar nicht gemacht, aber es steht noch auf meiner To-Do-Liste. Außerdem warte ich noch darauf, dass der Fox Visit wieder möglich ist. Das ist nicht nur günstiger, das würde ich sogar noch viel lieber machen. Ich schätze aber, dass es letzten Endes auf beides hinaus läuft!

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