Was bietet das Paznauntal in der Nebensaison?

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Die Straßen sind fast leer, manchmal kommen uns ein paar Autos oder Motorräder entgegen. Beim Schlendern durch die Dörfer trifft man ab und zu auf eine Menschenseele, doch meistens sieht man weit und breit niemanden. In der Tourist-Info ist nichts los. Alle Bergbahnen stehen still. Es ist Mittag, aber das ist nicht der einzige Grund, warum viele Geschäfte geschlossen sind.

Es ist Pfingsten und das Paznauntal schläft seinen Dornröschenschlaf. Und das, obwohl doch langes Wochenende ist und das Paznaun aus dem Süden Deutschlands innerhalb kürzester Zeit zu erreichen ist. Was ist hier los?

Der Grund dafür: Die Wintersaison wurde eben erst eingemottet und die Sommersaison hat noch keinen Einzug erhalten: das ist im Paznaun die Zeit zwischen Anfang Mai und Mitte/Ende Juni. Was aber noch lange kein Grund ist, das Paznauntal in dieser Zeit nicht zu besuchen. In meinem Artikel zeige ich dir, warum sich eine Reise ins Paznauntal trotz Nebensaison dennoch lohnt!

 

 

Die Anfahrt

Bei einer Anreise von Baden-Württemberg aus fährt man i.d.R. am Bodensee entlang oder kommt zumindest daran vorbei (Achtung: auf dieser Strecke herrscht oft viel Verkehr, weil alle auf den See raus starren und es gibt viele Blitzer!). Kurz nach Lindau fährt man über die Grenze nach Österreich.

Für die Fahrt in Österreich benötigt man für das Auto eine österreichische Vignette. Der Preis und die Kategorie richten sich nach der Dauer des Aufenthalts. Man kann die Vignette entweder vorab online bestellen oder kurz vor der Grenze an Tankstellen kaufen.

Dann geht es weiter an Bregenz vorbei, durch Dornbirn und Feldkirch in Richtung Montafon und Paznauntal. Kurz nach Bludenz kommt es dann darauf an, ob die Silvretta-Hochalpenstraße geöffnet ist oder nicht. Wenn sie offen ist, kann man über das Montafon und die Silvretta-Hochalpenstraße ins Paznaun fahren. Wenn nicht, bleibt einem nur die Fahrt am Arlberg vorbei, sodass man das Tal von der anderen Seite erreicht.

 

Was erwartet dich in der Nebensaison?

Die wichtigste Saison im Paznauntal ist die Skisaison im Winter und im Frühjahr. Diese dauert ungefähr bis Ende April an. Die Sommersaison beginnt dann erst wieder Mitte/Ende Juni. Dann fahren die Bergbahnen wieder, Geschäfte und Restaurants haben wieder geöffnet und es werden geführte Wandertouren und Ausflüge in der Region angeboten. Dennoch ist im Winter am meisten los.

Die Nebensaison ist die Zeit zwischen Anfang Mai und Mitte/Ende Juni. Dann kehrt im Paznauntal Ruhe ein. Sämtliche Geschäfte haben zu, die Bergbahnen allesamt sowieso und auch viele Restaurants sind geschlossen. Die Silvretta-Hochalpenstraße öffnet i.d.R. schon Anfang Juni. Wann genau kommt darauf, an, wie viel Schnee noch liegt. Das Tal gönnt sich nach der Skisaison eine Pause, bevor es im Sommer wieder los geht.

Der Frühling im Paznauntal ist etwas später dran als in Süddeutschland. Im Tal selbst ist es Ende Mai schon grün und die Blumen kommen zum Vorschein. Die Bäche und Flüsse sind voll mit Wasser und rauschen durch das Tal. Je weiter oben man sich in den Bergen befindet, desto mehr Schnee findet man noch. Das Gras ist in den höheren Lagen noch braun und Blumen findet man nur vereinzelt.

 

Was ist die Silvretta Card und was beinhaltet sie?

Die Silvretta Card all inclusive ist eine kostenfreie Gästekarte für Sommerurlauber im Paznaun. Sie ist bei sämtlichen Ferienwohnungen und Hotels während des gebuchten Aufenthaltes kostenfrei inklusive und berechtigt zur kostenlosen (oder ermäßigten) Nutzung einiger Attraktionen in der Region:

  • Unbegrenzt sämtliche Seil- und Sesselbahnen in Ischgl, Galtür, See, Kappl und Samnaun
  • Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel zwischen Landeck und der Bielerhöhe
  • Eintritt in die Frei- und Hallenbäder in Ischgl, Galtür und See
  • Besuch im Alpinarium Galtür und des Seilbahn Museums in Ischgl
  • Befahren der Silvretta-Hochalpenstraße
  • Ermäßigung im High-Bike Testcenter
  • Mehr Infos zur Silvretta Card all inclusive findest du hier.

In der Nebensaison kann man leider nicht alles nutzen, was in der Silvretta Card all inclusive ist. Die Bergbahnen haben beispielsweise bis mindestens Mitte Juni noch geschlossen. Bei den Freibädern ist es wahrscheinlich wetterabhängig, ob diese geöffnet haben. Und auch bei der Silvretta-Straße muss man sich vorab informieren, ab wann diese befahrbar ist. Die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel, die Hallenbäder, das Alpinarium in Galtür und das Seilbahn Museum in Ischgl sind aber durchgehend verfügbar.

 

Das Paznauntal

Das Paznauntal liegt im westlichen Zipfel Tirols in Österreich. Direkt daneben befindet sich das Montafon-Gebiet, welches noch zum Vorarlberg gehört. Beide Täler werden durch die Silvretta-Hochalpenstraße miteinander verbunden. Die Grenze zwischen dem Vorarlberg und Tirol verläuft bei der 2.071 m hoch gelegenen Bielerhöhe, dem höchsten Punkt der Silvretta-Hochalpenstraße. Ab dort geht es abwärts ins Paznauntal. Von der Bielerhöhe bis nach Pians, dem anderen Ende des Tals, sind es etwas mehr als 40 km. Die Fahrt mit dem Auto von einem Ende zum anderen dauert ca. eine Stunde und 15 Minuten.

 

Die Silvretta-Hochalpenstraße

Die Silvretta-Hochalpenstraße ist eine Panoramastraße, welche die Gebiete Silvretta und Montafon miteinander verbindet.

Möchte man sie befahren, fährt man von Partenen aus in Richtung Silvretta-Hochalpenstraße. Dort befindet sich eine Mautstelle. Von dort führt die Straße in Serpentinen den Berg hinauf. Bevor man zur Bielerhöhe gelangt, passiert man den Vermuntstausee. Hier konnten wir noch richtig schön sehen, wie viel Schnee im letzten Winter dort gelegen haben muss. An manchen Stellen wurde die Straße mit Schneefräsen geräumt und selbst jetzt noch, Ende Mai, türmen sich die Schneewände am Straßenrand auf. Kein Wunder, wir befinden uns immerhin schon auf über 2.000 Metern Höhe. Kurz darauf erreicht man den Silvretta-Stausee auf der Bielerhöhe. Hier befindet sich ein großer Parkplatz und der Berggasthof Piz Buin. Von dort führt die Straße weiter hinab ins Paznauntal. Wir kommen an einem kleinen Wasserfall vorbei und erreichen schließlich Wirl. Galtür liegt kurz hinter Wirl und befindet sich auf 1.584m Höhe, in Ischgl sind es dann nur noch 1.377m.

Aufgrund der Schneemengen ist die Silvretta-Hochalpenstraße nur im Sommer passierbar. Ansonsten muss man einen Umweg über Landeck fahren. Wir mussten bis kurz vor unserem Urlaub bangen, da sie in den letzten Jahren immer erst Anfang Juni geöffnet hatte und wir unseren Urlaub vom 31.05. bis 03.06.18 gebucht hatten. Wir hatten aber Glück: dieses Jahr wurde sie schon am 30.05.18 für den öffentlichen Verkehr freigegeben.

Die Silvretta-Hochalpenstraße ist mautpflichtig. Pro Auto kostet sie aktuell 15 Euro. In der Silvretta Card ist das Passieren der Silvretta-Hochalpenstraße allerdings inklusive. Bei manchen Vermietern bekommt man für die Anreise im Voraus einen Voucher oder die Silvretta Card im Original per Post zugeschickt. Wenn man die Karte noch nicht hat, sollte man den Zahlungsbeleg aufheben, welchen man an der Mautstelle bekommt und mit der Silvretta Card nach Galtür in die Tourist Info gehen, sobald man sie erhalten hat. Dort bekommt man das Geld wieder zurück erstattet.

 

Galtür

Die nächste Station, wenn man die Silvretta-Hochalpenstraße passiert hat, ist Galtür. Galtür ist ein 700-Seelen-Dorf, das zwar nur wenige Minuten von Ischgl entfernt liegt, aber bei Weitem nicht so berühmt ist. Galtür ist eingekesselt zwischen Bergmassiven und wenn man genau hinschaut, sieht man einige der Wälle, die den Ort vor Lawinen schützen sollen. Den meisten ist Galtür als Skiurlaubsort oder seit dem Schneelawinen-Unglück im Februar 1999 ein Begriff.

Am 23. Februar 1999 hat eine mächtige Schneelawine fast ganz Galtür unter sich begraben. Zu dieser Zeit befanden sich in diesem kleinen Ort mehr Ski-Touristen als Einheimische. Viele Menschen wurden von der Lawine begraben und starben dabei. Die Besonderheit an dieser furchtbaren Lawine ist, dass laut Lawinenforschern, die schon vor dem Unglück zahlreiche Berechnungen und Simulationen für Galtür erstellt hatten, selbst die schlimmste Lawine nie auch nur den Ortsrand Galtürs hätte erreichen dürfen.

Wer sich mehr über das Lawinenunglück und das Paznaun im Allgemeinen informieren möchte, ist im Alpinarium in Galtür genau richtig. Hier gibt es unter anderem ein kleines Kino, das einen Film über das Lawinenunglück zeigt. Außerdem befinden sich im Museum Schaubilder über die Schneemengen der letzten Jahre, Infos über die Schwabenkinder des Paznaun und vieles mehr. Das Alpinarium in Galtür befindet sich ungefähr dort, wo damals die Lawine in den Ort hinein gerollt ist.

 

Ischgl

Nach Galtür erreicht man Ischgl. Ischgl kennt ja eigentlich fast jeder, hauptsächlich jedoch als Ski- und Partyort. Und das bestätigt sich, während wir durch den etwas größeren Ort hindurch fahren. Hier steht ein Hotel neben dem anderen, es gibt Restaurants, Seilbahnen, Skiverleihe und Bars. Aber man sieht hier kaum ein normales Wohnhaus. Eigentlich sieht man hier nichts, was nicht in irgendeiner Weise mit Tourismus und Wintersport zu tun hat. Ich kann mir regelrecht vorstellen, was hier im Winter los sein muss!

Und trotzdem ist der Ort jetzt, im Frühjahr, wie ausgestorben. Das wirkte auf uns fast schon skurril, während wir durch die Stadt fuhren. Es war absolut nichts los! Wahrscheinlich wird das im Sommer mit den Bergbahnen wieder ein bisschen mehr, dennoch sieht es eher so aus, als befände sich Ischgl in der Sommerpause. Bis zur nächsten Skisaison!

In Ischgl befindet sich das Seilbahn Museum. Für einen Besuch dort hat es uns aber leider nicht mehr gereicht.

 

See/Kappl

Wir fuhren weiter und erreichten schon bald unser Ziel: See. See ist ein kleiner, beschaulicher Ort, fast schon am anderen Ende des Paznauntals. Hier haben wir uns eine Ferienwohnung gemietet (siehe weiter unten). Auch in See ist es natürlich nicht anders und vieles hatte noch zu. Der Ort strahlt aber auch, wie Galtür, eine angenehme Ruhe aus und lädt zur Entschleunigung ein.

Es gibt unter anderem einen kleinen Billa (typisches österreichisches Lebensmittelgeschäft), eine Bank und ein Freibad. Abends waren wir gerne in der Pizzaria gegenüber der Bank essen. Hier konnte man bei gutem Wetter schön draußen sitzen, das Essen war gut und die Preise moderat. Hätten wir etwas anderes essen wollen, hätten wir ohnehin woandershin fahren müssen.

 

Die Burg Wiesberg

Fährt man von See in Richtung Landeck, kann man die Burg Wiesberg kaum übersehen. Hoch oben thront die Burg auf dem Berg. Von dort führt quer über das Tal eine Eisenbahnbrücke auf die andere Seite, welche an der Burg zum Teil noch aus einem alten steinernen Viadukt besteht, dann aber von einer neu gebauten Stahlbrücke abgelöst wird. Ich erwähne diese Burg, weil sie ein super Fotomotiv abgibt, insbesondere im Abendlicht, wenn die schneebedeckten Berggipfel im Hintergrund noch von der Sonne angestrahlt werden. Man kann zu der Burg auch ein Stück hinauflaufen, man bekommt dadurch aber keine bessere Sicht und das Betreten des Geländes (privat) ist verboten.

 

Landeck

Bald hinter See erreicht man Landeck. Landeck ist mit knapp 7.800 Einwohnern die nächst größere Stadt und gehört, streng genommen, nicht mehr zum Paznauntal. Hier gibt es größere Geschäfte wie Billa, Hofer (bei uns Aldi), Lidl aber auch eine kleine Fußgängerzone, wo man Shoppen gehen kann. Das kann man machen, wenn das Wetter zum Wandern mal nicht mitspielen will, muss man aber nicht. In Landeck haben trotz Nebensaison mehrere Geschäfte und Restaurants geöffnet. Hier waren wir, um ein bisschen Abwechslung zur Pizzaria in See zu schaffen, an einem Abend in der Bruggner Stubn essen. Und das Essen war sehr gut!

 

Wandermöglichkeiten

Im Paznaun gibt es zahlreiche Wanderwege. Es gibt kürzere und längere Strecken, die mal zwei, drei Stunden, einen ganzen Tag oder auch mehrere Tage in Anspruch nehmen können. Es gibt Wanderwege für jeden Schwierigkeitsgrad, die Zahl der eher anspruchsvollen Wanderwege scheint aber zu überwiegen. Nichtsdestotrotz kommt man auch als einfacher Wanderer ohne alpine Erfahrung oder herausragender Kondition nicht zu kurz.

In der Nebensaison sollte man sich bestenfalls vorab informieren, welche Wanderwege schon passierbar sind und welche nicht. Wir haben ein bisschen selbst im Internet recherchiert und haben es einfach probiert. Wir sind drauf los gelaufen und wenn es irgendwo nicht mehr weiter ging, sind wir eben wieder umgekehrt.

 

Seerundweg Kopsstausee

Als erste Wanderung haben wir uns den Seerundweg um den Kopsstausee ausgesucht.

Die Fahrt zum Kopsstausee startet in Wirl, in der Nähe der Silvretta-Hochalpenstraße. Von dort zweigt eine Straße ab in Richtung Kopsstausee. Zuerst kommt man am Zeinissee mit dem Alpengasthof Zeinisjoch vorbei. Hier kann man, wenn man möchte, schon parken und den Seerundweg beginnen. Oder besser, man fährt noch ein paar Meter weiter bis zur Staumauer. Hier ist ein großer Parkplatz und der eigentliche Start- und Endpunkt des Rundweges. Das ist übrigens auch der Ausgangspunkt für die Wanderung zur Heilbronner Hütte – zu der komme ich gleich!

Die Umrundung des Sees dauert in etwa eineinhalb Stunden, die Strecke ist 5km lang. Man läuft einmal komplett um den See und viel durch den Wald, sodass man es die meiste Zeit schön schattig hat. Der Weg ist im Großen und Ganzen eben und gut ausgebaut, nur ab und zu geht es ein bisschen bergauf oder bergab. Das macht die Wanderung um den Kopsstausee ziemlich leicht und ähnelt eher einem Spaziergang.

 

Wanderung zur Heilbronner Hütte

Für den nächsten Tag sollte es dann schon eine längere Tour sein. Wir entschieden uns daher für eine Wanderung in Richtung Heilbronner Hütte (Betonung liegt auf „in Richtung“. Da die Heilbronner Hütte zu dieser Jahreszeit ohnehin noch geschlossen hatte und der Weg dorthin pro Richtung vier bis viereinhalb Stunden in Anspruch nehmen sollte, hatten wir nicht unbedingt vor, den Weg bis zum Ende zu gehen).

Wir starteten wieder am Kopsstausee auf besagtem Parkplatz und folgten den Schildern. Zuerst führte uns der Weg ein ganzes Stück hinab ins Tal, bevor es wieder alles bergauf ging. Auf dem Weg konnten wir in der Ferne die Serpentinen der Silvretta-Hochalpenstraße ausmachen. Bis zur Verbellaaple (ebenfalls geschlossen) liefen wir gut eineinhalb Stunden über einen Schotterweg, mal bergauf, mal bergab.

An der Verbellaalpe angekommen, ergeben sich zwei Möglichkeiten: entweder man biegt rechts ab und nimmt den steilen Fußweg über Geröll, der zumindest anfangs etwas beschwerlicher ist oder man läuft links den Mountainbike-Trail. Dieser schlängelt sich in Serpentinen den Berg hinauf, bis man irgendwann rechts abbiegen muss, um zur Heilbronner Hütte zu gelangen.

Wir entschieden uns nach einiger Diskussion für die Variante Nummer eins und ackerten uns den Geröllweg nach oben. Sobald man einmal oben war, war der Weg eigentlich ganz einfach und eben. Wären da nur nicht die ganzen Schneefelder, die uns den Weg etwas erschwerten. Nach einer Weile zogen Wolken am Himmel auf und wir gelangten an einen Punkt, wo wir aufgrund des Schnees ohne die Überquerung des Bachs nicht mehr weitergekommen wären. Die Heilbronner Hütte konnten wir in weiter Ferne schon ausmachen, dennoch entschieden wir uns, lieber umzukehren.

So standen wir nach einiger Zeit wieder ratlos vor dem Wegweiser bei der Verbellaalpe. Die Wolken sahen schon wieder gar nicht mehr so schlimm aus und direkt nach Hause gehen wollten wir auch nicht. Hätten wir uns gleich für die zweite Variante des Weges entschieden, wären wir mit Sicherheit ein gutes Stück weiter zur Heilbronner Hütte vorgedrungen, aber dafür war es nun schon fast zu spät.

 

Bergauf in Richtung Gibau Alpe

Alternativ zeigte uns der Wegweiser einige Richtungen, Entfernungen und Orte an, die uns nicht allzu viel sagten. Ich wusste nur eins: eigentlich war ich schon von Anfang an dafür, den Berg auf dem Mountainbike-Trail zu erklimmen. Ich war neugierig, wie die Landschaft von dort oben aussehen mochte. Und was man gegebenenfalls auf der anderen Seite des Scheitelpunktes sehen konnte.

Laut der Beschilderung war das auch der Weg zur Versalspitze, die allerdings viel zu weit entfernt lag, als dass wir diese noch hätten erreichen können. Außerdem konnte man die Alpe Gibau erreichen oder sogar auf der anderen Seite des Berges wieder ins Tal nach Gaschurn gelangen. Ohne genaues Ziel vor Augen, liefen wir in Schlangenlinien den Berg hinauf. Wir passierten den Abzweig zum Wanderweg in Richtung Heilbronner Hütte und wanderten weiter und weiter.

Je weiter wir nach oben kamen, desto mehr Schnee fanden wir vor, allerdings nur am Wegesrand, denn der Weg wurde offenbar mit einer Schneefräse geräumt. Kurz vor dem Gipfel passierten wir sogar einen Schneekanal, wo sich rechts und links die Schneewände auftürmten.

Wir erreichten den Scheitelpunkt des Berges und es bot sich uns ein atemberaubender Blick über die schneebedeckte Bergwelt rings herum und den Kopsstausee in der Ferne. Zwar wollten wir schon bald wieder umkehren und den Heimweg antreten, doch wollten wir noch wissen, was sich uns für ein Blick auf der anderen Seite des Berges bot. So wagten wir uns noch ein paar Schritte weiter vor und spickten einmal über den Berg. Dort führte der Weg wieder hinab ins Tal nach Gaschurn und vermutlich hätten wir bald die Gibau Alpe erreicht. Der Blick, der sich uns hier bot, war aber bei Weitem nicht so schön wie auf der anderen Seite und wir beschlossen, den Rückweg anzutreten.

Für den Anstieg benötigten wir in etwa eine Dreiviertelstunde, hinab ging es natürlich deutlich schneller. Ich habe den Weg als nicht sehr anspruchsvoll empfunden, da es sich um eine gut ausgebaute Schotterstraße nach oben handelte und der Anstieg durch die Serpentinen nie sonderlich steil war. Wenn man einigermaßen gut zu Fuß ist und eine für sich passende Gehgeschwindigkeit gefunden hat, dann sollte das für die meisten gut machbar sein.

 

 

Das Apartment Voräule

Übernachtet haben wir für drei Nächte in See, im Apartment Voräule. Das war nach einiger Recherche im Netz nicht nur am besten für uns geeignet, es war zudem auch noch sehr günstig. Das Haus liegt idyllisch etwas abseits des Ortskerns an einem Bergbach, der für einen ziemlichen Geräuschpegel sorgte. Man hört den Bach sogar noch gedämpft in der Wohnung und insbesondere im Schlafzimmer, was uns aber wenig gestört hat. Zumindest nicht für diese paar Tage.

Das Apartment selbst war im oberen Stockwerk des Hauses. Die Vermieter wohnten in der Wohnung darunter. Wir hatten ein großzügiges Zimmer mit Küchenzeile, Essecke, Wohnbereich und einem optisch versteckten Bett, außerdem noch ein separates Schlafzimmer, ein Badezimmer mit Dusche und WC und einen überdachten Balkon, wo wir gerne abends noch draußen saßen. Die Einrichtung ist neu und gepflegt, es gibt kostenfreie Parkplätze direkt am Haus, das WLAN ist inklusive und wer möchte, kann einen Brötchenservice zum Frühstück in Anspruch nehmen. Uns waren die Brötchen allerdings viel zu trocken und wir würden beim nächsten Mal eher auf Backwaren von Lidl oder Billa zurückgreifen.

Buchbar ist das Apartment Voräule über booking.com oder über den Veranstalter Interhome.

 

Fazit

Trotz Nebensaison lohnt sich meiner Meinung nach ein Kurztrip ins Paznauntal. Natürlich ergeben sich zu dieser Jahreszeit ein paar Nachteile – unter anderem weil die Bergbahnen noch nicht wieder in Betrieb sind, einige Wanderwege durch den Schnee noch nicht passierbar sind und viele Geschäfte und Restaurants geschlossen haben.

Aber die Silvretta-Hochalpenstraße macht i.d.R. spätestens Anfang Juni auf, einige Wanderwege sind schon schneefrei und mit den Alpinarium in Galtür und dem Seilbahn Museum in Ischgl hat man auch Programm für Schlechtwetter-Tage. Und das besonders tolle: man hat wirklich seine Ruhe. Viele Wanderwege hat man nahezu für sich alleine. Man trifft zwar auch jetzt schon hier und da ein paar Wanderer und Mountainbiker, die es uns gleichtun, aber es hält sich im Rahmen und die Berge sind nicht überlaufen. Ich habe den Kurztrip sehr genossen und könnte mir auch vorstellen, wieder ins Paznauntal zu fahren – vielleicht das nächste Mal tatsächlich in der Sommersaison, aber auch für einen weiteren Besuch in der Nebensaison spricht für mich nichts dagegen.

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Warst du schon in der Nebensaison im Paznauntal? Oder zu einer der anderen Jahreszeiten? 

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