Eine Nacht unter dem afrikanischen Sternenhimmel – Ntwetwe Pan, Botswana

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Kasane in der Früh hinter uns lassend, brachen wir auf in Richtung Süden. Vorbei an dem einen oder anderen Elefanten am Straßenrand führte die Straße bis Nata stur geradeaus. Bis Nata kamen wir auch sehr gut voran, was sich dann aber abrupt änderte: das letzte Stück von Nata bis Gweta bestand aus mehr Schlaglöchern als aus Asphalt, was unsere Fahrt deutlich verlangsamte. In Schlangenlinien fuhren wir die schnurgerade Straße entlang. Google Maps hat mit seiner Prognose von einer Fahrzeit von 4,5 Stunden also doch Recht behalten.

Trotz Schweizer-Käse-Straßenverhältnisse kamen wir noch etwas vor der geplanten Zeit um ca. 14 Uhr an der Gweta Lodge an – und das war auch gut so, denn Gweta war noch nicht unser heutiges Endziel.

Ntwetwe Overnight Adventure & Meerkat Visit

Über die Gweta Lodge hatten wir einen Overnight Stay in der Ntwetwe Pan gebucht, also eine Nacht unter freiem Sternenhimmel in einer Salzpfanne! Weil der Ausflug so beliebt ist, mussten wir ihn schon lange im Voraus buchen, da die Teilnehmerzahl begrenzt ist. Dennoch hatten wir das unverschämte Glück, dass genau an unserem Termin die einzigen anderen beiden Teilnehmer stornierten, sodass die Gweta Lodge die Tour exklusiv mit uns sechs durchführte.

Ablauf

Gegen 15:30 Uhr ging es los. Wir parkten unsere Fahrzeuge auf dem Parkplatz der Gweta Lodge und stiegen mit unseren wichtigsten Habseligkeiten im Gepäck (näheres darüber, was du einpacken solltest, siehe unten) in das offene Safari Fahrzeug.

Auf der Fahrt zur Ntwetwe Pan hatten wir unseren Guide ganz für uns alleine. Hier und da stoppte er, um uns etwas über die Umgebung von Gweta, die Tierwelt und die Natur zu erzählen. Er zeigte uns verschiedene Pflanzen- und Baumarten, unter anderem auch den Marula-Baum (interessant für diejenigen, die den Likör Amarula mögen, aus den Früchten des Baumes wird er nämlich hergestellt). Bis auf zwei Strauße haben wir nicht viele Tiere auf der Fahrt gesehen, was jedoch nicht schlimm war – die entspannte Art unseres Guides übertrug sich auch auf unsere Gruppe und nach den vielen freiwilligen und unfreiwilligen Abenteuern, welche wir in den letzten Tagen erlebt hatten, genossen wir einfach die ruhige Fahrt und seine Erzählungen.

Auf dem Weg machten wir noch eine kurze Rast an einem riesigen und prächtigen Baobab-Baum – den man, so unser Guide, nicht „Baobab“ ausspricht, sondern mehr wie „Baubau“. So klang es jedenfalls, als er über den Baum erzählte. Schau dir einmal dieses Prachtexemplar an:

Baobab Baum

Langsam wurde das Landschaftsbild karger. Zwar ist auch die nähere Umgebung von Gweta im Juni/Juli recht vertrocknet, allerdings findet man hier und da noch Sträucher, Büsche und Bäume. Diese waren dann plötzlich verschwunden. Und was war das? Von weitem konnten wir schon die Anfänge der Salzpfanne ausmachen, und im Vordergrund ein weiteres Fahrzeug mit zwei, drei Menschen. Und als wir näher kamen, entdeckten wir zu guter Letzt die Erdmännchen.

Um es gleich vorneweg zu sagen: auf die Erdmännchen habe ich mich in Botswana ganz besonders gefreut! Ich hatte vorher noch nie welche in freier Wildbahn gesehen, auch nicht in Südafrika. Und bei diesen Erdmännchen handelt es sich um eine wilde Erdmännchen-Kolonie, die an Menschen gewöhnt ist – mit etwas Sicherheitsabstand versteht sich. Die Gweta Lodge führt Ausflüge zu diesen Erdmännchen exklusiv durch.

Als ich sah, wie nah man sich den Erdmännchen nähern konnte, war ich platt. Die Erdmännchen hatten keine Angst vor uns und wir konnten uns vorsichtig bis auf unter zwei Meter nähern. Sie wirkten trotz unserer Anwesenheit natürlich und entspannt (so entspannt, wie Erdmännchen, die ständig auf der Hut sind, eben sein können), eins schlief sogar fast im Sitzen ein. Wir verbrachten bei den Erdmännchen etwa zwanzig Minuten, aber ich hätte ihnen noch ewig weiter zuschauen können. Nur mussten wir weiter und unser Guide erzählte uns, dass die Erdmännchen sich ohnehin schon bald verkriechen würden, da sie Kälte gar nicht mochten.

Von den Erdmännchen war es bloß noch ein Katzensprung zur Ntwentwe Pan. Plötzlich befand sich nichts als eine flache, karge Salzlandschaft um uns herum, weit und breit konnten wir nichts anderes mehr entdecken. Beziehungsweise doch: in einiger Entfernung konnten wir unser Camp ausmachen. Pünktlich zum Sonnenuntergang lud uns unser Guide ab, sodass wir die letzten paar Meter zu unserem Camp zu Fuß gehen konnten. Die Salzkruste knackte bei jedem Schritt und wir genossen die besondere Atmosphäre.

Im Camp angekommen bekamen wir erst einmal alles gezeigt – „alles“ war in diesem Fall jedoch überschaubar. Es gab eine Feuerstelle, die auf einer Afrika-Reise nie fehlen darf, ein Esstisch mit Stühlen, eine kleine Bar, Betten für die Nacht und in einiger Entfernung zwei Toiletten mit Sichtschutz.

Die Betten bestanden aus richtigen Matratzen, Kissen und einer warmen Decke. Auch wenn es hier in der Nacht empfindlich kalt werden konnte, ist es in den Betten schön warm. Zur Sicherheit haben wir unsere Schlafsäcke mitgebracht, ich habe ihn allerdings nicht benötigt.

Während wir am Lagerfeuer saßen und Shines Erzählungen lauschten, bereitete der Rest des Teams ein Dinner für uns zu. Dieses bestand aus einer Suppe als Vorspeise, einem Eintopf als Hauptgericht und einem Dessert. Mittlerweile war es schon stockfinster und wenn man sich einige Schritte vom Lagerfeuer entfernte, konnte man einen atemberaubenden Sternenhimmel sehen. Gleichzeitig wurde es aber auch ziemlich kalt und wir verkrochen uns in unsere Betten.

Am nächsten Morgen wurden wir von der aufgehenden Sonne geweckt. Von der Nacht war es noch ein wenig frisch, doch je höher die Sonne stieg, desto wärmer wurde es. Nach einem einfachen Frühstück packten wir unsere Sachen zusammen und machten uns wieder auf in Richtung Gweta Lodge.

Packliste

Vor der Tour wurden wir gebeten, nur das nötigste einzupacken und mitzunehmen und den Rest im Auto zu lassen. Sämtliche Reisedokumente und Wertsachen gehören natürlich ins Gepäck, aber was noch?

Tatsächlich kamen wir auf diesem Ausflug mit recht wenig aus. Hier eine kleine Auflistung mit Ideen, was ins Gepäck gehört:

  • Kleidung nach Zwiebelprinzip (d.h. T-Shirt, Pullover und dicke Jacke, Multifunktionshose und für abends/nachts/frühmorgens ggfs. was zum drunterziehen)
  • Schal/Multifunktionstuch (mir war es nachts am Kopf ein bisschen kühl, da habe ich mir einen Schal um den Kopf gewickelt)
  • Abgespeckter Kulturbeutel (Zahnbürste + Zahnpasta, sonstiges was „frau“ eben so braucht)
  • gute Kamera und/oder Handy mit vollem Akku
  • ggfs. Powerbank
  • Desinfektionstücher
  • warmer Schlafsack (falls man lieber im eigenen Schlafsack schläft)

Viel mehr braucht es eigentlich nicht.

Preise und Buchbarkeit

Entdeckt habe ich die Gweta Lodge über eine der zahlreichen Online-Plattformen für Hotelbuchungen, gebucht habe ich dann allerdings direkt über die Lodge. Das lag unter anderem daran, da der Overnight Stay nur direkt über die Lodge gebucht werden konnte. Der Kontakt mit dem Personal lief über E-Mail. Die Bezahlung musste im Voraus erfolgen, weshalb ich ein Kreditkarten-Formular ausfüllen und per Mail/Fax an die Lodge schicken musste. Nicht gerade eine sichere Methode, allerdings war (zumindest damals) die einzige Alternative eine teure Auslandsüberweisung.

Der Preis für das Ntwetwe Overnight Adventure & Meerkat Visit liegt bei 1350 BWP pro Person. Außerdem bietet die Gweta Lodge noch viele andere Touren an, wie beispielsweise in die Makgadikgadi oder die Nxai Pan, Sundowner-Touren zu Baobab-Bäumen und Rundgänge in Gweta. Weitere Infos findet man hier.

Die Gweta Lodge

In der Gweta Lodge angekommen mussten wir eine Weile warten, bis wir in unsere Zimmer einchecken konnten. Diese Zeit vertrieben wir uns am Pool und an der Bar mit einem kühlen Savanna Dry.

Die Lodge ist eher klein und schnuckelig. Es gibt unterschiedliche Zimmertypen, die teilweise in stylischen Rondavels und teilweise in einem Nebengebäude liegen. Die Rondavels befinden sich in direkter Nähe zur Rezeption, zur Bar und zum Pool, haben allerdings den Nachteil, dass sie weder mit Heizung, noch mit Klimaanlage ausgestattet sind. Daher sind sie mit ca. 700 BWP pro Nacht (DZ) die günstigste Variante. Wir buchten die komfortablere Variante für 1000 BWP, die im Nebengebäude lag, dafür aber Heizung und Klimaanlage aufwies. Würde ich die Gweta Lodge noch einmal besuchen, würde ich aber eher die Rondavel-Zimmer buchen. Aus dem Grund, da diese schöner aussehen und schöner gelegen sind.

Abends gab es (wie fast immer und überall im Südlichen Afrika) Braai. Das Essen war gut, daran konnte man nicht meckern, ist aber auch nicht besonders heraus gestochen. Genauso mit dem Frühstück am nächsten Morgen.

Wer die Gweta Lodge besucht, darf keinen außerordentlichen Luxus erwarten. Die Anlage ist nett hergemacht, die Zimmer und das sonstige Angebot allerdings eher einfach bzw. Standard.

Der Ort Gweta

Von der Gweta Lodge aus sind es nur ein paar Gehminuten in den gleichnamigen Ort. Und dieser ist, wie viele kleine, abgelegene Orte in Afrika, eher verschlafen. Gerne hätte ich den Rundgang durch Gweta noch gebucht, da zogen jedoch meine Mitreisenden nicht so ganz mit. Daher sind wir nachmittags auf eigene Faust durch den Ort gelaufen.

Es gibt einen kleinen Tante-Emma-Laden, wo man verschiedene Dinge einkaufen kann, eine Schule, eine Bar und einen Friseur. Viel mehr war da nicht. Doch wer weiß, ob sich die Tour nicht doch gelohnt hätte?

Fazit

Der Overnight Stay in der Ntwetwe Pan und der Besuch bei den Erdmännchen war zweifellos eines der Highlights auf unseren ganzen Reise, da waren wir uns alle einig. Die Weite der Salzpfanne zu sehen und erleben war einzigartig, die Nacht unter dem grandiosen Sternenhimmel der Wahnsinn. Und wir waren alle hin und weg von den Erdmännchen, denen man unglaublich nahe kommen konnte, ohne, dass diese sich aus der Ruhe bringen ließen oder gar gestresst wirkten.

Die Fahrt zur Ntwetwe Pan und zu den Erdmännchen ist relativ weit. Das ist einer der Gründe, warum ich die kurzen Ausflüge dorthin nur bedingt empfehlen würde – dafür ist die Anreise, bis man bei der Salzpfanne bzw. bei den Erdmännchen ist, ein bisschen lang. Für den Overnight Stay ist es aber vollkommen okay, finde ich – wer mit langen Fahrstrecken nicht klar kommt, für den ist eine solche Reise, wie ich sie durchgeführt habe, auch schlichtweg nichts.

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Was meinst du – wäre die Ntwetwe Pan mit dem Besuch bei den Erdmännchen auch auf deiner „Must-See“-Liste in Botswana?

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