Stippvisite in Simbabwe: die Victoria Falls

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Kaum waren wir in Botswana angelangt, haben wir es, genau genommen, schon wieder verlassen. Kasane eignet sich durch die Lage direkt an der Landesgrenze nämlich hervorragend als Ausgangspunkt für eine Stippvisite zu den Victoria Fällen in Simbabwe, einem der wohl bekanntesten und mächtigsten Wasserfälle dieser Welt!

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Geführter Ausflug oder auf eigene Faust?

Nach langem Hin und Her haben wir uns dafür entschieden, unsere Fahrzeuge in Botswana zu lassen und an einem geführten Ausflug zu den Victoria Fällen teilzunehmen. Unser straffer Zeitplan ließ es leider nicht zu, länger als nur einen Tag in Simbabwe zu bleiben. Und gerade deshalb wollten wir uns nicht unnötig mit den Grenzformalitäten für unsere Mietautos herumschlagen. Sobald man nämlich mit einem Auto bzw. Mietwagen über die Grenze möchte, benötigt man nicht nur mehr Papiere vom Vermieter (natürlich auch nur gegen vorherige Anmeldung und zusätzliche Gebühren), sondern muss auch am Grenzposten mit mehr Zeit, Aufwand und Gebühren rechnen. Als Ausländer und womöglich unvorbereitet kam es dann (angeblich) auch schon vor, dass Gebühren bezahlt werden mussten, die es in Wirklichkeit gar nicht gab…

Also buchten wir über unser Camp einen Hin- und Rücktransfer zu den Victoria Falls. Mehr ist dieser „geführte Tagesausflug“ nämlich eigentlich nicht. Man wird früh morgens abgeholt und zu den Victoria Fällen gefahren, bekommt ggfs. noch etwas Hilfestellung beim Grenzübertritt und kann nach Bedarf noch eine der vielen Aktivitäten in Vic Falls oder Livingstone buchen. Dann hat man mehrere Stunden Zeit zur freien Verfügung, bevor man sich am vereinbarten Ort zur vereinbarten Zeit wieder für den Rücktransfer einfindet. Die Fahrzeiten werden i.d.R. so gewählt, dass man kurz nach Sonnenaufgang losfährt und rechtzeitig vor Sonnenuntergang wieder zurück ist. Das hat uns 450 botswanische Pula, also umgerechnet ca. 40 Euro pro Person gekostet (nur Hin- und Rücktransfer, ohne Visagebühren, Aktivitäten vor Ort bzw. Eintritt in den Victoria Falls National Park). Solche Transfers werden von sämtlichen Lodges und Tourenanbietern angeboten. Eigentlich eine ganz praktische Sache.

Möchte man länger als nur einen Tag in Victoria Falls verbringen, lohnt sich die Überlegung, mit entsprechender Vorbereitung und Zeit das Auto über die Grenze mitzunehmen. Hat man nur einen Tag übrig, würde ich mir den Stress ersparen und einen Tagesausflug mitmachen.

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Simbabwe oder Sambia?

Die Victoria Falls kann man sowohl von Simbabwe als auch von Sambia aus besichtigen. In Simbabwe fährt man dafür den gleichnamigen Ort Victoria Falls an. In Sambia, auf der anderen Seite der Fälle liegt der Ort Livingstone, benannt nach dem Forscher und Entdecker David Livingstone.

Bei den geführten Ausflügen werden die Victoria Fälle aktuell fast ausschließlich auf der simbabwischen Seite besucht. Das hat unter anderem mit zwei Argumenten zu tun:

Der Grenzübertritt über Kazungula mit der Fähre nach Sambia gilt allgemein hin als kompliziert, nervenaufreibend und langwierig. Nirgends lese oder höre ich etwas Gutes darüber, erst recht nicht, wenn man mit dem eigenen Auto unterwegs ist. Es ist die Rede von mehrstündigen Wartezeiten an der Grenze und Gebühren für Touristen, die gar nicht existieren… Der Grenzübertritt nach Simbabwe hingegen ist da relativ unkompliziert und nimmt üblicherweise nicht so viel Zeit in Anspruch.

Der zweite gute Grund für Simbabwe ist, dass man von hier aus die bessere Aussicht auf die Victoria Fälle genießt. Zwar kann man die Fälle prinzipiell von beiden Seiten aus sehen, von Simbabwe aus sieht man aber deutlich mehr von den Fällen.

Wer sich dennoch nicht entscheiden kann und vorhat, länger als ein Tag bei den Victoria Falls zu bleiben, der kann die Grenze von Simbabwe nach Sambia auch vor Ort überqueren.

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Wann ist die beste Reisezeit?

Wir waren Ende Juni bzw. Anfang Juli dort, also noch in der Wet Season, in der der Wasserpegel sehr hoch ist. Das empfanden wir als ideal. Es spielt aber wirklich eine Rolle, in welcher „Verfassung“ man die Victoria Falls sehen und an welchen Aktivitäten man ggfs. teilnehmen möchte.

Die Wet Season geht von Januar bis Juni. Während dieser Zeit füllen sich die Victoria Falls immer mehr mit Wasser, bis sie ungefähr im April/Mai ihren Höchststand erreicht haben. Dann führen die Victoria Falls am meisten Wasser. Aber Vorsicht: je mehr Wasser im Zambezi, desto mehr Gischt entsteht und da kann es passieren, dass man die Victoria Falls vor lauter Gischt nicht mehr gut sehen kann. Man wird supernass und an einigen Aktivitäten wie Devil’s Pool oder dem White Water Rafting kann man ggfs. nicht teilnehmen, weil es durch die Wassermassen zu gefährlich ist.

Ab Juni wird es dann wieder niedriger und die Dry Season steht vor der Tür. Dennoch sind die Victoria Fälle noch eine Weile voll mit Wasser, sodass sich die darauffolgenden Wochen noch gut für einen Besuch eignen. Erst am September bzw. Oktober wird das Wasser wieder sehr niedrig. Da versperrt einem die Gischt zwar kaum die Sicht, es gibt aber auch nicht mehr viel zu sehen, weil das Wasser nur noch in einzelnen Fäden in die Schlucht stürzt. Bis einschließlich Januar herrscht in den Victoria Falls Niedrigwasser.

Abschließend kann man sagen, dass sich die Monate März und Juni bis September am besten für einen Besuch bei den Victoria Falls eignen. Hier führen die Victoria Falls viel Wasser, am meisten Wasser gibt es aber im April und Mai. Die Monate Oktober bis Februar eignen sich nur bedingt, da der Wasserpegel am niedrigsten ist und das Klima durch Hitze und Regenzeit auch nicht ideal ist.

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Die beste Kleidung

Eines kann ich euch sagen – je nach Reisezeit und Wassermengen werdet ihr nass bis auf die Unterwäsche. Und glaubt ja nicht, dass euch der Poncho, den man am Eingang kaufen kann, davor bewahrt. Bringt gar nichts!

Besser ist es da, eine gute, wasserabweisende Regenjacke und Kleidung anzuhaben, die leicht trocknet. Dasselbe gilt für die Schuhe: entweder wirklich wasserfeste Schuhe, oder bequeme Flipflops bzw. Sandalen, mit denen man auch längere Zeit gut laufen kann. Aufpassen muss man auch auf Taschen, Rucksäcke, Kameras etc., diese an einigen Stellen am besten wegpacken und einen Regenschutz drüber!

Sollte es einen doch mal so richtig erwischt haben, ist es von Vorteil, wenn man ein kleines Handtuch und auch Kleidung zum Wechseln dabei hat.

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Der Grenzübergang von Botswana nach Simbabwe

Und weil es so schön war, gleich die nächste Grenze. Dieses Mal aber bei Weitem weniger stressig, da wir dieses Mal natürlich kein Fahrzeug anzumelden hatten und das Prozedere schon kannten.

Erst einmal mussten wir aus Botswana ausreisen. Dafür füllten wir das entsprechende Formular aus, welches am Grenzposten ausliegt und gaben dieses am Schalter mit unserem Pass ab, um einen Ausreise-Stempel zu erhalten. Anschließend mussten wir im nächsten Gebäude nach Simbabwe einreisen.

Für deutsche/europäische Staatsbürger gilt in Simbabwe Visumpflicht. Das Visum kann man allerdings ohne Probleme an der Grenze gegen aktuell 30 US$ „on arrival“ erwerben. Den Betrag sollte man idealerweise in bar dabei haben, da die Kreditkarten-Lesegeräte oft nicht funktionieren. Das Visum bekommt man dann auf eine der freien Seiten in den Reisepass geklebt.

Alles in allem hat der ganze Vorgang vielleicht 20 Minuten gedauert – jedenfalls deutlich weniger als unsere Einreise von Namibia nach Botswana!

Nach der Grenze fuhren wir noch etwa eine Stunde bis eineinhalb durch den Zambezi National Park nach Victoria Falls. Die Strecke ist verhältnismäßig eintönig und geradlinig, dennoch hat man mit etwas Glück die Möglichkeit, Wildtiere zu sehen.

Die Rückreise gestaltete sich noch schneller und unkomplizierter. Mittlerweile waren wir im Ausfüllen der Ein- und Ausreiseformulare ja routiniert. Wie schon bei der Einreise beschrieben, funktioniert es genauso in die andere Richtung (nur ohne Gebühren).

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Der Victoria Falls National Park

Über eines muss man sich, wenn man die Victoria Fälle besucht, im Klaren sein: alleine ist man hier nicht. Die Victoria Falls gehören zu den 7 Natur-Weltwundern unserer Erde und damit natürlich zu den bekanntesten und beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Afrika. Täglich reisen eine Vielzahl an Touristen an, um die Victoria Fälle zu sehen. Man ist hier also alles andere als allein!

Der Eintritt in den Park kostet für Touristen aktuell $30, für Inhaber eines Passes aus der SADC (Southern African Developement Community) sind es nur $14. Diese Gebühren sind am Eingang zu zahlen (Kreditkartenzahlung möglich).

Im Park sollte man sich ungefähr zwei bis drei Stunden Zeit nehmen, um die Victoria Falls anzuschauen. Vorausgesetzt, man möchte sich nicht hetzen.

Die Victoria Fälle sind in fünf Abschnitte unterteilt: Devil’s Cataract, Main Falls, Horseshoe Falls, Rainbow Falls und Eastern Cataract. Diese kann man auf der simbabwischen Seite über insgesamt 16 Aussichtspunkte begutachten – bei manchen bleibt man trocken, bei manchen ist man anschließend glitschnass!

Wenn ihr den Park verlassen wollt, überlegt euch gut, ob ihr nicht doch noch einen letzten Blick auf die Fälle werfen wollt. Seid ihr einmal draußen, kommt ihr nur wieder rein, wenn ihr die Gebühr für den Eintritt erneut bezahlt!

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Mit einem Fuß in Sambia – die Victoria Falls Bridge

Was viele nicht wissen: auch ohne Visum für Sambia kann man die Victoria Falls Bridge betreten. Und das geht eigentlich ganz einfach!

Wenn man den Victoria Falls Nationalpark verlässt, muss man sich links halten und ein Stück am Park entlang laufen, bis man nach ca. 10 bis 15 Gehminuten an der Brücke und somit an dern Grenzstation ankommt. Hier geht man hinein und fragt nach dem Pass für die Brücke. Das Formular, das man bekommt, muss man ausfüllen. Ist das geschafft, kann man die Brücke betreten. Somit steht man praktisch mit einem Fuß in Sambia!

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Aktivitäten in Vic Falls

Für Touristen werden mittlerweile sowohl in Vic Falls (Simbabwe) als auch in Livingstone (Sambia) alle möglichen Attraktionen angeboten. Zu den populärsten gehören mit Sicherheit der „Flight of Angels“, ein knapp unter 15-minütiger Helikopterflug über die Victoria Fälle (USD 150) und der „Devil`s Pool“, einem natürlichen Pool am Rande des Wasserfalls (in Sambia). Es gibt Bungee Jumping (USD 160), Bridge Slide (USD 45), Bridge Swing (USD 160), White Water Rafting (USD 150) und vieles mehr. 

Außerdem gibt es noch den „Walk with Lions“ bzw. „Lion Encounter“, wo man mit Löwen spazieren gehen kann. Das ist jedoch absolut nicht zu empfehlen! Nicht nur, dass es sich dabei um Tierquälerei handelt, diese Löwen werden, sobald sie sich nicht mehr für den Lion Walk eignen, für die Trophäenjagd benutzt. Sowas bitte nicht unterstützen!

Da wir an keiner einzigen Attraktion teilgenommen haben, kann ich leider kein Feedback dazu geben. Mir waren die Aktivitäten einfach zu teuer.

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Fazit

Die Victoria Fälle sind schlichtweg majestätisch und waren den Ausflug allemal wert! Wir hatten das Glück, sie mit sehr hohem Wasserstand sehen zu können. Dennoch reicht es mir, sie einmal in meinem Leben gesehen zu haben.

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Stehen die Victoria Falls auch auf deiner Bucketlist?

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