Elefanten zu Wasser und zu Land – Kasane, Botswana

{Anmerkung zum Thema Werbung – hier klicken}

Einmal tief ein- und wieder ausatmen – die Grenzformalitäten waren geschafft, unsere Füße standen auf botswanischem Boden. Endlich hatten wir unser eigentliches Ziel, Botswana, erreicht! Während wir Namibia eigentlich nur als Durchreiseland missbraucht haben, sollte unser Abenteuer Afrika nun erst richtig los gehen. Auf geht’s!

Straßen in Botswana

Schon in Namibia sind wir immer wieder an zahlreichen Warnschildern vorbei gefahren. Achtung Elefanten, Achtung Antilope, Achtung Warzenschwein – tatsächlich viel gesehen haben wir allerdings nicht. Hier mal eine Antilope am Straßenrand, da mal ein Warzenschwein, doch das war es auch schon. Meistens haben wir rein gar nichts auf dem Weg gesehen.

In Botswana jedoch sieht das anders aus. Hier muss man wirklich aufpassen. Die Straßen sind stellenweise wirklich voll mit Tieren und Menschen. Nicht nur Wildtiere, sondern auch Nutztiere wie Rinder, Ziegen und Esel spazieren in einer Seelenruhe über die Straße. An manchen Orten mussten wir alle paar Meter anhalten.

In und um Kasane, das direkt am Chobe Nationalpark gelegen ist, gibt es zudem Unmengen an Elefanten. Wenn man hier keine Elefanten sieht, wie sie am Straßenrand stehen oder sogar die Straße überqueren, dann weiß ich auch nicht! Hier ist beim Fahren wirklich höchste Vorsicht geboten.

Aber nicht nur deswegen ist das Fahren in Botswana eine Herausforderung. Mancherorts sind die Straßen in einem so schlechten Zustand, dass man wegen der ganzen Schlaglöcher regelrecht Schlangenlinien fahren muss – und das über Stunden hinweg. Da kann man auch die eine oder andere Entfernung leicht unterschätzen.

Ergo: während Fahren in der Dämmerung oder sogar in völliger Dunkelheit in Namibia schon nicht empfehlenswert war, ist es in Botswana wirklich richtig gefährlich. Üblicherweise ist es vom Fahrzeug-Vermieter auch strikt untersagt, da die Versicherung im Schadensfall nicht mehr greift!

 

Kasane: das Tor zum Chobe National Park

Kasane ist ein kleiner Ort und liegt am Rande des Chobe Nationalparks. Hier gibt es sehr viele Lodges und Campsites für Touristen, da sich in der Gegend sehr viele verschiedene Aktivitäten anbieten. Ein Game Drive im Chobe National Park ist natürlich ein Muss, eine Bootsfahrt auf dem Chobe River gilt als Highlight und es gibt geführte Tagesausflüge zu den Victoria Falls in Simbabwe. Außerdem kommen aufgrund der Lage direkt an der Grenze zu Namibia, Sambia und Simbabwe viele Touristen hier her, die auf der Durchreise in andere Länder im Südlichen Afrika sind.

Kasane selbst hat nicht wirklich etwas Sehenswertes für Touristen zu bieten. Hier gibt es allerdings Banken, Tankstellen, medizinische Versorgung, Werkstätten und Geschäfte, wo man die nötigsten Besorgungen machen kann. Hier haben wir Lebensmittel für den Campingplatz und für unsere Tagesausflüge eingekauft und Geld geholt bzw. getauscht.

 

Campen im Senyati Camp

Unser nächster Stopp war das Senyati Safari Camp, wo wir zwei Nächte auf dem Campingplatz im Dachzelt verbrachten. Für den nächsten Tag buchten wir einen Tagesausflug zu den Victoria Falls nach Simbabwe – der Blogeintrag dazu folgt!

 

Die Anfahrt

Das Senyati Safari Camp liegt ein paar Fahrminuten außerhalb von Kasane, im südlich gelegenen Lesoma Valley. Dieses Gebiet ist bekannt für seine Vielzahl an Elefanten. Auf der Fahrt zwischen Kasane und dem Senyati Safari Camp ist es daher gut möglich, einige Elefanten zu sehen.

Um zum Senyati Safari Camp zu gelangen, gibt es zwei verschiedene Anfahrtswege: ein kürzerer für Allradfahrzeuge und ein längerer für normale. Der erste Abzweig für die 4×4-Fahrzeuge befindet sich schon wenige Kilometer hinter Kasane. Ein kleines Schild mit dem Logo der Lodge weist den Weg mitten rein in dem Busch. Diesen sollte man wirklich ausschließlich mit Allrad befahren, da es sich um eine Sandpiste handelt, teilweise mit tiefem Sand. Hier hat sich durch plötzliches Bremsen für eine Elefantenherde sogar ein Allradfahrzeug im Sand festgefahren, sodass wir helfen mussten. Im Zweifelsfall nimmt man da lieber den kleinen Umweg in Kauf, der auch für normale Fahrzeuge geeignet ist. Dieser befindet sich ein Stück weiter südlich und ist auch ausgeschildert. Auch diese Straße kann man stellenweise nicht mehr als „Straße“ bezeichnen, jedoch ist sie einfacher zu bewältigen.

 

Das Camp mit eigenem Wasserloch

Der Campingplatz hat insgesamt 20 Stellplätze mit jeweils eigenen Sanitäranlagen. In nur wenigen Schritten erreicht man die Rezeption und die Bar, von wo aus man einen wunderschönen Ausblick auf die Camp eigene Wasserstelle hat. Hier kann man von der Terrasse aus den Blick auf die Tiere beim Trinken genießen. Insbesondere nachmittags und abends ist hier eigentlich immer etwas los. Ganz oft findet man hier auch große Elefantenherden vor. Und das nur wenige Meter entfernt!

Wer noch einen näheren Blick auf die Tiere riskieren möchte, kann den Foto-Bunker nutzen. Dieser befindet sich unter der Erde und durch einen Schlitz ganz nah am Wasserloch gelegen, kann man die Tiere gefahrlos aus nächster Nähe beobachten.

 

Unsere Nächte im Dachzelt

Nun wurde es für uns wirklich abenteuerlich. Sobald die Sonne unterging, wurde es sehr schnell kalt. Schon kurz nach dem Abendessen verkrochen wir uns in die Zelte. Der Campingplatz war nicht umzäunt und irgendwann wurde es uns ein wenig mulmig dabei, in der Dunkelheit um unseren Stellplatz herumzustiefeln.

In der ersten Nacht, in den warmen Schlafsack gekuschelt, konnten wir noch allerlei Geräusche auf dem Campingplatz hören. Insbesondere aber konnten wir die der Tiere am Wasserloch und in der näheren Umgebung hören. Sämtliche Tiergeräusche klangen dabei so nah, als befänden sie sich nur wenige Meter entfernt oder sogar direkt vor dem Zelt, was mir regelmäßig eine Gänsehaut und Schockstarre bescherte. Ich hörte die Elefanten am Wasserloch, Hippos und… Löwen. Die Elefanten machten mich schon etwas nervös, aber das Grollen der Löwen war schlimmer. Ich hätte schwören können, dass sie direkt vor unserem Auto waren, was aber natürlich nicht der Fall war. Es klang nur so. In dieser Nacht habe ich kaum ein Auge zugetan und mich ernsthaft gefragt, ob ich für die nächste Nacht nicht lieber eine Lodge suchen sollte.

Am nächsten Tag sah die Welt allerdings wieder ganz anders aus und ich hatte mich beruhigt. Immerhin waren wir nicht die einzigen hier und neben uns befanden sich auch Familien mit Kindern auf dem Campingplatz! Also verbrachten wir die zweite Nacht wieder dort. Obwohl ich noch immer Tiere hören konnte, dieses Mal gemischt mit viel Hundegebell, schaffte ich es nun besser, mich zu entspannen und irgendwann einzuschlafen. Ich musste mich eben erst daran gewöhnen.

Als wir uns am nächsten Tag an der Rezeption verabschiedeten, erfuhren wir den Grund für das Gebell der letzten Nacht. Dieses Mal schlichen die Löwen wirklich um den Campingplatz. Na dann, gut, dass ich das nicht vorher wusste…!

 

Die River View Lodge

Nach zwei Nächten auf dem Campingplatz zog es uns wieder in eine Lodge. Deshalb ging es für uns am nächsten Tag früh am Morgen wieder in Richtung Kasane. Für unsere Route eigentlich völliger Blödsinn, da wir anschließend wieder in Richtung Süden nach Gweta fuhren. Andersherum wäre es sinnvoller gewesen, hat aber mit unserer „kurzfristigen“ Planung einfach nicht mehr anders geklappt.

Unsere Unterkunft in Kasane war die River View Lodge, eine kleine Lodge mit netten Chalets direkt am Fluss gelegen. Hier konnten wir uns nach zwei anstrengenden Tagen und zwei Nächten im Zelt wieder etwas entspannen. Die Chalets waren gemütlich eingerichtet, teilweise mit Blick auf den Fluss. Nach zwei Tagen Camping-Essen gab es endlich wieder Braai. Jedoch hatten wir auch an diesem Tag wieder einiges an Programm: morgens ein Game Drive im Chobe National Park und nachmittags/abends ein Sundowner Cruise auf dem Chobe River!

 

Halbtagesausflug 1: Game Drive im Chobe National Park

Da wir die Nacht davor noch im Senyati Safari Camp verbrachten und am nächsten morgen erst auf die Helligkeit des Tages warten mussten, bevor wir unsere Dachzelte zusammenbauen und wieder nach Kasane fahren konnten, war es uns leider nicht möglich, auf der ganz frühen Tour in den Chobe National Park teilzunehmen. Zum Glück war das kein Problem. Da wir mit insgesamt sechs Personen schon eine kleine Gruppe waren, konnte die Lodge für uns eine extra Tour zu einer späteren Zeit buchen. So konnten wir die frühen Morgenstunden zwar kaum nutzen, dafür waren wir aber in einem kleineren Fahrzeug unterwegs und hatten dies für uns allein.

Nachdem wir unsere Fahrzeuge an der Lodge abgestellt hatten, wurden wir schon abgeholt. Die Fahrt zum Sidudu-Gate dauerte etwa eine Viertelstunde und schon waren wir im Chobe National Park.

Auf den ersten paar Metern sahen wir bis auf vereinzelte Impalas nicht viel, konnten dafür aber die schöne Landschaft des Parks genießen. Insbesondere der Blick auf die Chobe Riverfront, das Ufer des Chobe-Flusses, kann sich sehen lassen! Und es dauerte nicht allzu lange, bis wir die ersten Tiere entdeckten. Eine große Impala-Herde, ein schlafender Büffel, und plötzlich Löwen. Löwen mit Jungtieren! Die Jungtiere waren im hohen Gras versteckt, sodass wir sie nur mit dem Fernglas richtig sehen konnten, aber die großen Löwen näherten sich den Fahrzeugen bis auf wenige Meter. Unglaublich!

Nach den Löwen machten wir eine kleine Pause, um uns die Beine zu vertreten. Dabei erfuhr ich, dass einer unserer beiden Guides (wir hatten nämlich zwei, was mich schon zu Anfang etwas wunderte) gerade frisch von der Schule für Safari Guides kam und nun eine Art Praxisteil seiner Ausbildung absolvierte. Er erzählte uns ein bisschen von seiner Ausbildung und wir fragten die beiden über ihre spannendsten Erlebnisse aus.

Es ging weiter und wir machten uns über Umwege schon wieder zurück auf den Weg zum Sidudu-Gate. Wir trafen auf Giraffen, einen Adler, verschiedene Vogelarten und Impalas – doch wo waren die Elefanten? Der Chobe National Park kann die größte Elefanten-Population in ganz Afrika vorweisen, doch bisher hatte sich uns kein einziger Elefant gezeigt. Erst kurz vor Schluss fand unser Guide eine große Elefanten-Herde, die wir noch eine Weile beobachten konnten, bevor es zurück zur Lodge ging.

 

Halbtagesausflug 2: Sundowner Cruise auf dem Chobe River

Nach einer kurzen Verschnaufpause in der Lodge wurden wir am Nachmittag zu unserem Sundowner-Cruise abgeholt. Wir wurden zur Bootsanlegestelle gefahren, wo schon unser Boot auf uns wartete. Dieses Mal waren mehrere Leute aus unserer Lodge dabei, wir waren nicht alleine. Das Boot war recht groß, überdacht und bestuhlt, sodass man sich frei darauf bewegen konnte. Im Licht der Nachmitagssonne startete unsere Tour und wir machten uns auf die Suche nach den ersten Elefanten und Hippos. Wir schipperten über den Chobe River, vorbei an mit Gras bewachsenen Inseln, auf der einen Seite die Chobe Riverfront im Blick und auf der anderen Seite das Festland Namibias in der Ferne.

Es dauerte nicht lange, bis wir die ersten schwimmenden Elefanten entdeckten. Nachmittags wandern viele Elefanten zur Chobe Riverfront, um zu trinken, zu schwimmen und von den Gräsern im Wasser zu essen. Hier und da lugten auch ein paar Nilpferde und Krokodile aus dem Wasser.

Doch je näher der Sonnenuntergang kam, desto mehr Boote füllten den Chobe River. Manche Elefanten wurden regelrecht umringt und verfolgt von Booten. Wollten die Elefanten von einer Insel zur nächsten schwimmen, wurde ihnen manchmal allein durch die Vielzahl der Boote fast der Weg abgeschnitten. Das hat für mich dann leider nichts mehr mit schöner und rücksichtsvoller Tierbeobachtung zu tun.

 

Fazit

Unser Start in Botswana war einfach großartig. Die Zeit im Senyati Safari Camp war ein Abenteuer für uns, das eigene Wasserloch einfach der Wahnsinn. Der Ausflug in den Chobe National Park war ebenfalls ein voller Erfolg. Der Sundowner-Cruise auf dem Chobe River war zwar ganz schön, würde ich aber nicht wieder machen – zumindest nicht in Kasane, wo es dermaßen als Highlight gehandelt wird. Es ist wundervoll, die Elefanten im Wasser zu beobachten, doch durch die große Anzahl an Booten wird das Erlebnis getrübt.

***

Hättest du dich getraut, noch eine weitere Nacht im Dachzelt zu verbringen? Oder hättest du sogar erst recht noch länger bleiben wollen?

Darf es noch etwas mehr Afrika sein? Dann schau doch mal bei den anderen Beiträgen zu meiner Namibia/Botswana-Selbstfahrer-Tour vorbei:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.