Was zwitschert denn da? – Sambesi Region, Namibia

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Am Vortag in Rundu waren wir uns noch nicht sicher, wie unser Plan für den nächsten Tag aussehen sollte. Unsere nächste Tagesetappe war die Strecke von Rundu nach Kongola durch den Caprivi-Streifen, es standen also etwas mehr als 400 km Fahrtweg vor uns. Wir hatten die Idee, Rundu möglichst früh zu verlassen, damit wir zeitig in Kongola ankommen würden und noch an einem Game Drive teilnehmen konnten. Allerdings ist einer unserer Mitreisenden über Nacht erkrankt, sodass wir uns spontan dazu entschlossen, den Tag ruhiger angehen zu lassen.

 

Die Anfahrt

Von Rundu nach Kongola kommt man über die B8, immer der Nase nach in Richtung Osten. Bis nach Kongola sind es etwas mehr als 400 km. Zum Camp Kwando, welches etwas südlich von Kongola liegt, sind es noch ca. 30 km mehr. Die Straße ist gut ausgebaut mit wenigen Schlaglöchern (trotzdem aufpassen!), dafür leider sehr eintönig und geradlinig. Schilder weisen immer wieder darauf hin, dass Elefanten unseren Weg kreuzen könnten, was jedoch nicht der Fall war. Bis zum Camp Kwando dauerte die Fahrt ca. viereinhalb bis fünf Stunden.

 

Der Caprivi-Streifen

Ungefähr nach eineinhalb bis zwei Stunden Fahrt erreichten wir den Caprivi-Streifen. Das ist der östliche Zipfel Namibias, welcher sich zwischen Botswana im Süden und Angola und Sambia im Norden erstreckt und ganz am östlichen Ende noch knapp an Zimbabwe angrenzt. Der Caprivi-Streifen erhielt seinen Namen aus der Kolonialzeit von Leo von Caprivi, ist nun seit einigen Jahren jedoch als Sambesi Region bekannt.

In Divundu überquert man den Cubango-Fluss und fährt in den Bwabwata National Park hinein. Wer die Popa Falls besichtigen möchte, hält sich in Divundu rechts und und macht einen Schlenker nach Süden, man muss aber denselben Weg zur B8 wieder zurück fahren.

 

Kongola

Die Fahrt zog sich ungemein, da alles nur geradeaus ging und sich die Landschaft kaum veränderte. Da waren wir froh, endlich in Kongola anzukommen. Kaum näherten wir uns der Stadt, turnten auf einmal Affen an der Leitplanke herum und wir konnten in der Ferne Antilopen sehen.

Kurz hinter Kongola hielten wir uns rechts und bogen auf die C49 ab. Dieser folgten wir weiter nach Süden, vorbei an vielen Einheimischen, winkenden Kindern, streunenden Hunden, Eseln und Rindern. All das passiert man in Namibia und Botswana sehr häufig. Kurz bevor wir das Camp Kwando erreichten, kamen wir noch an dem einen oder anderen traditionellen Dorf vorbei. Über eine Sandpiste fuhren wir die letzten paar Meter zu unserer Unterkunft,

 

Das Camp Kwando

Nachmittags kamen wir im Camp Kwando an. Leider waren wir, wie schon erwartet, bereits zu spät für den Game Drive am Nachmittag. Das machte uns aber nichts. Zahlreiche Game Drives und andere Aktivitäten lagen auf unserer Reise noch vor uns und wir verbrachten den Nachmittag und Abend gerne im Camp, da es hier einfach so schön war.

Im Camp Kwando gibt es die Island Chalets und die Luxury Chalets. Da die Island Chalets bei der Buchung schon belegt waren, entschieden wir uns für die Luxury Chalets. Es gibt zwar auch einen Campingplatz, allerdings gefielen mir die Zelt-Chalets auf der Homepage so gut, dass ich unbedingt in einem von diesen übernachten wollte. Und das war eine gute Entscheidung, denn die Chalets sind einfach nur traumhaft!

Die Luxury-Chalets befinden sich ruhig gelegen direkt am Kwando-Fluss, der natürlichen Landesgrenze zu Botswana. Von unserem Balkon aus konnten wir also schon einen ersten Blick auf unser eigentliches Ziel erhaschen, welches wir am folgenden Tag auch endlich erreichen würden! Die Chalets stehen auf Pfählen, etwas oberhalb vom Erdboden und sind eine Mischung aus einem feststehenden Chalet und einem Zelt. Die Wände des Chalets sind Zeltplanen, der Boden ist aus Holz und das Dach ist aus Reet bzw. Stroh.

Die Einrichtung ist geschmackvoll afrikanisch. Der Wohn- und Schlafbereich ist großzügig gestaltet. Mitten im Raum steht ein großes Kingsize-Bett. Direkt gegenüber vom Bett befindet sich der Balkon, sodass man schon vom Bett aus eine wunderschöne Aussicht auf den Kwando-Fluss und das andere Ufer hat.

Das Badezimmer ist offen und hat keine Tür. Die Toilette ist lediglich mit einer Wand als Sichtschutz versehen, ebenso wie die Badewanne und die Dusche. Das mag für den einen oder anderen ungewohnt sein, ist im südlichen Afrika allerdings nicht ungewöhnlich. Da muss man sich eben dran gewöhnen!

Der Aufenthaltsbereich des Camp Kwando ist ebenfalls ungemein gemütlich. Auch hier hat man einen direkten Blick auf den Fluss. Hier kann man abends gut mit einem Savannah Dry und etwas Popcorn den Sonnenuntergang genießen (oder eben auf dem eigenen Balkon).

Anschließend wird ein Feuer gemacht, wo man sich wärmen und die Zeit bis zum Abendessen überbrücken kann. Einfach wunderschön. Hier hätte ich locker noch ein paar weitere Tage verbringen können.

Zum Abendessen bekamen wir ein leckeres Drei-Gänge-Menü vorgesetzt mit anschließendem afrikanischen Gesang des Küchenpersonals. Das habe ich in Südafrika schon das eine oder andere Mal erlebt und es gefällt mir sehr. Ich weiß nicht, ob ich in Südafrika, Namibia oder Botswana je einem Einheimischen über den Weg gelaufen bin, der nicht einigermaßen schön singen konnte. Aber diese gibt es wohl mit Sicherheit auch. :-)

 

Die Vogelwelt

Für Ornithologen, also Vogel-Begeisterte, ist die Region um das Camp Kwando ein Paradies. Ca. 450 verschiedene Vogelarten sind hier heimisch und können entweder im Camp selbst oder auf einer geführten Birding-Tour auf dem Wasser beobachtet werden. Einige Vögel konnten wir auch von unserem eigenen Balkon aus im Geäst beobachten. Egal, wo man sich im Camp aufhält, hört man überall Vogelgezwitscher. Was da so zwitschert und wie, ändert sich auch im Verlauf des Tages zu den verschiedenen Tageszeiten. Komplett ruhig ist es eigentlich nur irgendwann Mitten in der Nacht, wenn (fast?) alle Vögel schlafen. Dann geht es aber früh am Morgen kurz vor dem Sonnenaufgang auch schon wieder los.

 

Die Ausflüge

Leider hatten wir nicht genügend Zeit, um an einem Ausflug in der Region teilzunehmen. Was wirklich schade war! Denn ich glaube, das hätte sich in dieser schönen Gegend wirklich gelohnt.

Neben den Bootsfahrten zur Vogelbeobachtung werden auch Game Drives in den Mudumu Game Park und den Bwabwata National Park angeboten. Es gibt Möglichkeiten zum Fischen gehen und man kann das traditionelle Dorf sowie die Dorfschule neben dem Camp Kwando besuchen gehen, wo ein Großteil des Personals wohnt.

 

Fazit

Es war erneut ein langer Tag, an dem wir viele Kilometer zu unserer nächsten Unterkunft hinter uns bringen mussten. Leider fehlte uns die Zeit, an einem der Ausflüge teilzunehmen. Allerdings hatten wir dadurch die Gelegenheit, unsere wunderbare Unterkunft ein wenig zu genießen und zu entspannen.

Und nein, unsere nächsten Tage sollten zum Glück nicht alle so gehetzt aussehen! An den ersten Tagen war das leider notwendig. Das Hauptziel unserer Reise war Botswana und um es in dieser Zeit, die wir zur Verfügung hatten, dorthin zu schaffen und möglichst viel Zeit vor Ort verbringen zu können, mussten wir durch Namibia ein wenig hetzen. Kilometer machen, sozusagen. Wieso, weshalb und warum wir uns für diese Tour entschieden haben, werde ich dir bald in einem eigenen Blog-Beitrag erzählen! Das ist nämlich nicht in zwei Sätzen erklärt…

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Warst du schon einmal in der Sambesi Region? Und hast einen der Nationalparks dort besucht? Wenn ja, erzähle mir doch gerne davon in den Kommentaren!

 

Darf es noch etwas mehr Afrika sein? Dann schau doch mal bei den anderen Beiträgen zu meiner Namibia/Botswana-Selbstfahrer-Tour vorbei:

Ein Kommentar zu „Was zwitschert denn da? – Sambesi Region, Namibia“

  1. Ich war im Februar 2018 auch im Camp Kwando. Wir waren allerdings auf dem Zeltplatz, der auch wirklich top ist.
    Auf der Terrasse kann man es abends mit einem Gin-Tonic (Mückenschutz) rund um das Feuer gut aushalten.
    Ein wirklich zu empfehlender Stopp auf dem Weg durch den Caprivi-Streifen.
    Ich freue mich schon auf weitere Berichte, um die Vorfreude auf meinen nächsten Trip zu steigern.

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