Einmal Helsinki und zurück – Ein Tag in Finnland

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Da unsere Fähre schon um 7:30 Uhr morgens den Hafen von Tallinn in Richtung Helsinki verlassen sollte, mussten wir früh aufstehen. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln wollten wir uns am Morgen nicht herum plagen, deshalb bestellten wir über die Rezeption ein Taxi. Wir zogen uns warm an, damit wir einen ganzen Tag in Helsinki ohne zu frieren überstehen würden. Am Terminal A, dem Abfahrtsterminal der Viking Line, ließ uns der Fahrer raus. Ungefähr eine halbe Stunde mussten wir vor Ort noch am Gate warten, bis das Boarding für unsere Fähre begann.

Das Frühstück im Hotel haben wir verpasst. Dafür hatten wir aber das Frühstück auf der Fähre mitgebucht. Und das konnte sich wirklich sehen lassen. Wir suchten uns einen Tisch am Fenster und schauten nach draußen, während unsere Fähre die Ostsee in Richtung Finnland durchpflügte. Die Überfahrt dauerte ca. 2,5 Stunden und wir hatten kaum merklichen Seegang. Dass wir vom Wellengang nichts mitbekamen, lag aber wohl auch an den Stabilisatoren und der Größe des Schiffes. Das Wetter wirkte nicht gerade vielversprechend, das änderte sich aber, je näher wir Finnland kamen. Nach dem Frühstück suchten wir uns einen Tisch am Bug des Schiffes, sodass wir schon von Weitem die vorgelagerten Schären entdecken konnten. Und diese waren schon eine Sehenswürdigkeit für sich! Langsam glitten wir an den schneebedeckten Inselchen vorbei, während im Hintergrund die Umrisse von Helsinki immer größer wurden.

Vom Fährterminal der Viking Line zur Hafenpromenade in Helsinki sind es vielleicht noch fünf Gehminuten. Achtung, das Terminal der Tallink liegt etwas außerhalb und nicht so zentral! Unsere Idee, einen Tagesausflug nach Helsinki zu machen, war recht spontan. Deshalb informierten wir uns bei Ankunft in der Tourist-Info am Hafen, was es in Helsinki alles zu sehen gibt. Wir kauften ein 24-Stunden-Ticket für die öffentlichen Verkehrsmittel, da man mit der Straßenbahn gut alle Sehenswürdigkeiten abklappern kann und holten uns zudem Infos über den Zoo.

Anschließend gingen wir zur Uspenski-Kathedrale auf die Halbinsel Katajanokka. Die Uspenski-Kathedrale ist eine russisch-orthodoxe Kirche, welche wir von der Fähre aus bereits von Weitem gesehen haben. Sie befindet sich im Zentrum Helsinkis und thront etwas oberhalb der Stadt auf einem Felsen. Von hier kann man gut einen Teil der Stadt überblicken, unter anderem den Dom.

Nachdem wir anschließend noch ein bisschen durch die Stadt und am Hafen entlang geschlendert sind, beschlossen wir, in den Zoo zu fahren. Der Zoo Korkeasaari befindet sich auf der gleichnamigen Insel und ist einer der beliebtesten Sehenswürdigkeiten Helsinkis. Der Zoo nimmt beinahe die ganze Insel für sich ein.

Die Fahrt vom Bahnhof zum Zoo dauert etwa zehn bis fünfzehn Minuten, die Pendelbusse fahren in kurzen Abständen hin und her. Der Eintritt kostet 10 Euro.

Da sich Helsinki und somit auch der Zoo noch im Winterschlaf befanden, waren recht wenige Tiere in den Gehegen zu sehen. Es waren auch kaum Besucher dort, bis auf uns. Viele Wege und Treppen waren wegen der Schneemassen abgesperrt, sodass wir auch nicht überall hin gelangten. Dennoch, den Löwen haben wir gesehen, die Schneeleoparden, für welche der Zoo in Helsinki weltberühmt ist, den Luchs, Kamele im Schnee und natürlich die Rentiere.

Wir haben einen gemütlichen Spaziergang durch den Zoo und über die Insel gemacht. Nach einer Stunde waren wir schon durch. Was uns eigentlich ganz gut passte, da wir ja schließlich noch kaum etwas von der Stadt selbst gesehen hatten. Also fuhren wir zurück nach Helsinki!

Zurück in der Innenstadt angekommen war schon Mittag. Langsam bekamen wir Hunger. Da Essen gehen in Helsinki sehr teuer ist und wir nur so gut wie möglich bis zum Dinnerbuffet auf der Fähre überbrücken wollten, beschlossen wir, in die Markthalle am Hafen zu gehen, um uns dort etwas Kleines zu Essen zu kaufen. Sehr groß ist die Markthalle zwar nicht, in knapp zehn Minuten ist man schon komplett durchgelaufen. Aber dafür gibt es einiges zu sehen und das Gebäude von außen sieht sehr schön aus. Zu kaufen gibt es alle möglichen Lebensmittel. Es gibt Gemüsestände, Fleischstände, Bäckereien, Gewürzstände und natürlich Fisch. Auch finnische Spezialitäten wie Moltebeeren gibt es dort zu kaufen. Wir entschieden uns für typisch skandinavische Zimtschnecken. Und ja, ich kann sagen, dass meine Liebe zu diesem teuflisch guten Gebäck damals schon angefangen und seinen Lauf genommen hat.

Frisch gestärkt haben wir uns an den Tipp aus der Tourist-Info gehalten und sind in die Straßenbahnlinie 3T (oder 3B) eingestiegen. Es handelt sich um eine gewöhnliche Straßenbahnlinie, die sich aber für Touristen, die etwas von der Stadt sehen wollen, besonders gut eignet. Man kommt nämlich an so ziemlich allen wichtigen Sehenswürdigkeiten vorbei, welche Helsinki zu bieten hat und wie bei einem Hop-On-Hop-Off-Bus kann man ein- und aussteigen wie man möchte. Dank einer kleinen Infobroschüre, welche wir mitbekommen haben, wussten wir bei jeder Station genau, was es an jeder Haltestelle zu sehen gibt.

Ausgestiegen sind wir dann beim alten Olympia Stadion, welches man von der Straßenbahn aus nicht sehen konnte und bei der Felsenkirche. Beide befinden sich etwas außerhalb des Stadtzentrums, im Stadtteil Töölö. Das Olympia Stadion wurde 1934 bis 1938 gebaut und die Olympischen Spiele hätten 1940 dort stattfinden sollen. Wegen des Zweiten Weltkrieges wurden diese allerdings verschoben und 1952 nachgeholt. Neben dem Olympia Stadion befindet sich ein Aussichtsturm, auf den man mit dem Lift hochfahren kann. Von dort oben sieht man nicht nur das Innere des Stadions sehr gut, sondern man hat auch einen fabelhaften Ausblick über die ganze Stadt.

Als wir zur Felsenkirche gekommen sind, war es leider schon ziemlich spät. Was wir nicht wussten: Die Kirche schließt auch schon recht früh am Nachmittag, sodass wir ungefähr eine halbe Stunde zu spät dort angekommen sind. Die Felsenkirche erhielt ihren Namen, weil sie tatsächlich direkt in einen Felsen gebaut wurde. Von Außen sieht sie nicht besonders spektakulär aus, auf den ersten Blick könnte man sie auch mit einer Tiefgarage verwechseln. Umso enttäuschender ist es da natürlich, dass wir zu spät dran waren und wir uns die Kirche nicht mehr von Innen anschauen konnten – das soll nämlich wirklich sehenswert sein.

Anschließend sind wir noch shoppen gegangen, bis sämtliche Läden geschlossen haben. Im Gegensatz zu Tallinn bietet die Innenstadt von Helsinki sehr viele Möglichkeiten zum Shoppen gehen.

Völlig kaputt waren wir, als wir endlich wieder auf der Fähre waren und es endlich, endlich etwas zu Essen gab. Und was für Essen! Das Frühstücksbuffet war ja schon toll, aber das Dinnerbuffet dagegen war super. Es gab eine sehr große Auswahl an verschiedenen Speisen und das war für uns, nachdem wir nur am Morgen gefrühstückt und am Mittag einen kleinen Snack für Zwischendurch hatten, der Himmel auf Erden.

Nach dem Abendessen haben wir den Speisesaal verlassen und uns wieder an die Vorderseite der Fähre gesetzt und zugesehen, wie die Lichter Tallinns langsam aber sicher wieder in Sichtweite kamen.

In Tallinn angekommen war es schon Mitternacht. Nach solch einem langen Tag war es eine Wohltat, als wir endlich wieder im Hotel ankamen und schlafen gehen konnten.

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Ein Kommentar zu „Einmal Helsinki und zurück – Ein Tag in Finnland“

  1. Hey Nadine!

    Der Tipp mit der Straßenbahnline 3T oder 3B ist wirklich super – warum auch nicht mal eine kleine Stadtrundfahrt mit der Tram machen?! Auch eine Free Walking Tour ist immer wieder ein super Weg etwas mehr über eine Stadt zu erfahren. Vor allem, wenn man mit einem kleineren Budget unterwegs ist.

    Allzu oft liest man ja Tipps wie man für eine Reise spart. Aber wie man auch am Reiseziel Geld sparen kann, gibt es selten.

    So, ich werde nur noch mal fragen müssen, ob es jetzt T oder B ist … aber irgendwie werde ich das schon herausbekommen. Werde ab Samstag auch mit der Fähre nach Helsinki fahren.

    Vielen Dank!

    Grüße, Torsten …

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