Grenzübertritt Namibia/Botswana – Was muss ich beachten?

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Unsere Nacht in Kongola war die vorerst letzte Nacht in Namibia, denn nun sollte es für uns endlich nach Botswana gehen! Das eigentliche Ziel unserer Reise war nun zum Greifen nah. Doch um dorthin zu gelangen, mussten wir noch ein wenig Wegstrecke und natürlich die Grenzformalitäten hinter uns bringen.

Damit wir die Grenzüberquerung möglichst rasch und problemlos bewerkstelligen konnten, informierte ich mich bereits vorab darüber, wie es ablaufen würde. Das empfehle ich jedem, ansonsten kann so ein Grenzübertritt nicht wenig verwirrend sein! Deshalb habe ich den Ablauf des Grenzübertritts, weitere Informationen dazu und meine Erfahrungen damit hier ein wenig zusammen gestellt.

 

Die Einreisebestimmungen

Deutsche Staatsbürger (auch Österreich und Schweiz) benötigen für die Einreise nach Botswana kein Visum. Man muss lediglich im Besitz eines gültigen Reisepasses sein, der über die Reise hinaus noch mindestens sechs Monate gültig ist. (Stand Sommer 2018)

 

Darf ich mein Mietfahrzeug mit über die Grenze nehmen?

Von Namibia oder Südafrika nach Botswana in der Regel ja – aber das muss zwingend vorher beim Vermieter angemeldet und von diesem genehmigt werden! In der Regel verlangt der Vermieter für einen Grenzübertritt eine extra Gebühr und er muss dir einen Letter of Authorization aushändigen – ansonsten wirst du an der Grenze nicht rüber gelassen!

 

Wie läuft der Grenzübertritt ab?

Auf der namibianischen Seite der Grenze muss man das Ausreiseformular ausfüllen. Das ist dasselbe, welches man bereits im Flugzeug für die Einreise bekommen hat – nur, dass man nicht mehr alle Fragen beantworten muss. Hat man das ausgefüllt, gibt man das Formular mitsamt dem Reisepass am Schalter „Customs“ ab. Dort werden die Angaben auf dem Formular und der Reisepass geprüft. Es kann vorkommen, dass stichprobenartig Fingerabdrücke registriert werden – so beispielsweise bei meinem Freund geschehen. Man bekommt einen Ausreise-Stempel und darf dann weiter.

Mein Tipp für dich, wenn du nach deinem Aufenthalt in Botswana wieder zurück nach Namibia einreisen möchtest: Nimm dir ein Einreiseformular mit, welches du schon vorab ausfüllen kannst. Dann geht es bei der Wiedereinreise nach Namibia schneller!

Bis zur botswanischen Grenzstation muss man ein Stück fahren. Die Grenze hier ist ein kleines Häuschen. Innen ist sehr wenig Platz und es kann passieren, dass die Leute bis draußen stehen und warten. Dennoch ging es bei uns eigentlich ganz fix. Hier muss ein Formular für die Einreise ausgefüllt werden.

In dem Fall, dass du mit einem Fahrzeug einreist, musst du Angaben zum Mietwagen machen die entsprechenden Gebühren entrichten. Am besten nimmst du schon hier den Letter of Authorization und die Kopie des Fahrzeugbriefs mit, da stehen alle wichtigen Daten drauf, welche der Grenzbeamte benötigt. Und ganz wichtig: die Quittung muss man aufbehalten, die braucht man später noch!

 

Die Maul-und-Klauenseuche-Becken

Das wäre geschafft – doch bevor man wieder in das Auto einsteigen und weiterfahren kann, muss man noch zum Maul-und-Klauenseuche-Becken (engl. Mouth-Foot-and-Hand-Disease). Hier muss man in eine kleine Pfanne mit einer unangenehm riechenden Flüssigkeit stehen, damit die Schuhe desinfiziert werden. Sollte man Wechselschuhe dabei haben, muss man das mit allen Schuhen tun. Manchmal muss man auch mit dem Fahrzeug durch ein Becken mit dieser Flüssigkeit fahren, damit die Reifen desinfiziert werden.

Diese Stationen gibt es nicht nur an den Grenzposten, sondern sind überall in Namibia und Botswana verteilt (beispielsweise auch auf dem Weg von Otjiwarongo nach Rundu). Sie dienen dazu, die Verbreitung der Maul- und-Klauenseuche im Land einzudämmen.

Wir wurden von einem Grenzbeamten gefragt, was wir einführen möchten. Frische Waren, insbesondere Fleischwaren und andere tierische Produkte, sind nicht erlaubt. Wir mussten kurz den Inhalt unseres Kühlschranks zeigen und wurden dann durch gewunken. Das einzige Verfängliche, was wir dabei hatten, war Joghurt, aber der schien ok zu sein.

Beim endgültigen Verlassen des Grenzgeländes wird man noch einmal kontrolliert. Hier muss man seine Daten in einer Tabelle eintragen (irgendwann kennt man Kennzeichen, Reisepassnummer und co. auswendig!). Wichtig ist hier, dass man die Quittung für die Straßennutzungsgebühr vorzeigen kann, eine Kopie des Kraftfahrzeugbriefs und den Letter of Authorization. Dieser ist dazu da, zu beweisen, dass man berechtigt ist, das Auto mit über die Grenze zu nehmen. Hast man ihn nicht, kann es an der Grenze zu Schwierigkeiten kommen oder man kommt womöglich gar nicht erst rüber.

 

Welche Gebühren sind zu bezahlen?

Zu zahlen sind die Straßennutzungsgebühr („Road Permit„), diese beträgt P 50 (für einmaligen Grenzübertritt) bzw. P 90 (für Ein- und Wiederausreise). Dann noch die „Road Savety Levy Fee“ von P 20 und eine Haftpflichtversicherung („Third Party Insurance„) über P 50, die 90 Tage gültig ist. Die Preise gelten pro Fahrzeug. (Stand Sommer 2018)

An der Grenze kann man mit Namibia-Dollar, Südafrikanischem Rand, Botswanischen Pula oder US-Dollar bezahlen. Meines Wissens sogar mit Kreditkarte, sollte man den Betrag nicht in bar haben.

 

Die Grenze bei Ngoma Bridge

Folgt man weiter der B8 durch Katima Mulilo, gelangt man irgendwann zur Grenzstation Ngoma Bridge. Da es ein Nationalpark ist, muss man sich beim Betreten des Nationalparks in eine Art Gästebuch eintragen (mit sämtlichen Daten) und beim hinaus fahren wieder austragen. Das passiert in der Station, die du auf dem Bild sehen kannst. Das dient dazu, dass die Ranger einen Überblick darüber behalten, wer den Park betritt und ihn wann wieder verlässt (vermutlich, damit du nicht im Chobe irgendwo verloren gehst oder dein Unwesen treibst!).

Die Straßenverhältnisse auf der Strecke durch den Chobe Nationalpark bis nach Kasane sind gut, aber man muss vorsichtig sein! Im Gegensatz zu der Strecke durch den Caprivi-Streifen, wo man auch regelmäßig vor Elefanten gewarnt wird, ist hier die Wahrscheinlichkeit, dass diese plötzlich am Straßenrand stehen oder sogar die Straße queren, deutlich höher. Also unbedingt langsam fahren und an die Geschwindigkeitsbegrenzungen halten (letzteres sollte man generell beachten, da es viele Verkehrskontrollen in Namibia und Botswana gibt).

Die Fahrt durch den Chobe nach Kasane dauert etwa eine Dreiviertelstunde (56 km). Kurz vor Kasane verlässt man den Chobe Nationalpark und muss sich am Ausgang wieder „austragen“.

 

Die Wiedereinreise nach Namibia

Wir reisten an der Stelle Mamuno/Buitepos wieder zurück nach Namibia ein. Die Wiedereinreise verlief weitgehend problemlos und ging sehr schnell. Auf der botswanischen Seite mussten wir das Ausreiseformular ausfüllen und bekamen einen Stempel. Hier mussten wir unsere Quittung für die Straßennutzungsgebühr („Road Permit“) vorzeigen, welche wir bei der Einreise nach Botswana erhalten haben. Da man üblicherweise bei der Einreise diese Gebühr bereits für die Ein- und Ausreise bezahlt (außer natürlich, man hat nicht vor, wieder nach Namibia zurück zu reisen), ist es wichtig, dass man diese Quittung gut aufbewahrt und an dieser Stelle parat hat.

Auf der namibianischen Seite mussten wir das Einreiseformular ausfüllen (siehe mein Tipp dazu weiter oben im Text) und damit den Einreisestempel für den Pass am Schalter abholen. Wieder einmal mussten wir unsere Schuhe und die Reifen wegen der Maul-und-Klauenseuche desinfizieren. Hat man ein Auto mit namibianischer Länderplakette, war das aber alles und man kann weiter fahren.

 

Mietwagen mit ausländischer Länderplakette – was nun?

Das Auto unserer Mitreisenden hatte ein namibianisches Kennzeichen, wir hatten allerdings eines aus Südafrika. Was nun?

Tatsächlich muss man für Autos, welche nicht in Namibia registriert sind und eine ausländische Länderplakette haben, eine weitere Gebühr entrichten, und zwar die CBC (Cross Border Charges for foreign-registered vehicles). Das sind bei herkömmlichen Mietfahrzeugen (darunter auch Allradfahrzeuge mit Dachzelt) in der Regel N$ 295, kann aber je nach Art und Größe des Fahrzeugs höher oder niedriger ausfallen.

Diese Gebühr muss man in einem separaten Büro („Road Fund Administration Office“ bzw. „Cross Border Charges Office“) gleich nebenan auf der namibianischen Seite der Grenze bezahlen. Dafür bekommt man eine Quittung ausgestellt, welche bei Mietfahrzeugen oft in einer Plastikhülle an der Frontscheibe angebracht werden. Das macht es bei Verkehrskontrollen einfacher. Das bereits vorhandene, das somit abgelaufen ist, tauscht man dann einfach aus. Beim Verlassen der Grenze wird wohl gelegentlich kontrolliert, ob man die Gebühr entrichtet hat. Das war bei uns aber nicht der Fall.

Mein Tipp: Gib bei deinem Vermieter als unverbindlichen Wunsch an, dass du ein Auto mit namibianischem Kennzeichen haben möchtest. Dann kannst du dir diese extra anfallenden Gebühren für ausländische Kennzeichen nämlich sparen und die Grenzüberquerung geht schneller!

 

Fazit

Trotz Vorbereitung war der Grenzübertritt noch immer etwas verwirrend, aber kein Hexenwerk. Wir wurden insgesamt auch nicht allzu lange aufgehalten – alles in allem betrug der Grenzübertritt in etwa eine Stunde, auf dem Rückweg sogar weniger. Wenn man ein wenig darauf vorbereitet ist, was einen erwartet, erleichtert das die ganze Prozedur ungemein. Und wenn man den Grenzübertritt von anderen afrikanischen Ländern schon kennt, ist dieser auch nicht so viel anders. Alles machbar!

***

Bist du im Südlichen Afrika schon einmal von einem Land ins andere über den Landweg gereist? Ging das problemlos vonstatten, oder war es eine Tortur?

Kleiner Hinweis: Ich habe meine Erfahrungen an den Grenzposten nach bestem Wissen und meiner Erinnerung wiedergegeben, will aber Fehlerteufel bzw. spätere Änderungen der Vorschriften nicht ausschließen. Ich übernehme keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit meiner Angaben. Sollte dir etwas auffallen, dann würde ich mich über einen kurzen Hinweis freuen! Ich war im Sommer 2018 vor Ort. Änderungen der Gebühren, Einreisebestimmungen oder Abläufe sind natürlich möglich. Um böse Überraschungen zu vermeiden, schau bitte immer nach, ob es Änderungen gab, bevor du deine Reise antrittst!

 

Darf es noch etwas mehr Afrika sein? Dann schau doch mal bei den anderen Beiträgen zu meiner Namibia/Botswana-Selbstfahrer-Tour vorbei:

2 Kommentare zu „Grenzübertritt Namibia/Botswana – Was muss ich beachten?“

  1. Ja stimmt, an die Eintrittsgebühren für den Chobe habe ich gar nicht gedacht. Allerdings erinnere ich mich auch nicht mehr genau daran, ob man uns überhaupt befragt hat, ob wir nur durchfahren oder auf einen Game Drive gehen wollen. Das war glaube ich gar kein Thema. Aber so genau weiß ich das auch nicht mehr.

  2. Eine schöne Zusammenfassung. Ich habe noch den ein oder anderen Tipp durch meine Erfahrungen parat.
    Trotz des Digitalen Zeitalters sollte man alle Dokumente im Zweifel Mehrfach ausgedruckt parat haben. Unsere Bestätigung für den Grenzübertritt mit dem Mietwagen hatten wir nur elektronisch und das wurde nicht akzeptiert. An den Drucker an der Grenze wollte man uns auch nicht lassen, sodass einer unserer Mitreisenden mit einem Agent in den nächsten Ort fahren musste.
    Bei der Desinfektion der Schuhe natürlich alle Schuhe mitnehmen, wir wollen/sollen/müssen beim Schutz mithelfen. Nur ein Paar Schuhe ist den Leuten vor Ort oft suspekt und es wird anschließend im Zweifel dein ganzes Gepäck durchsucht.
    Das Buch in dem ihr euch ein und austragen musstet dient der Kontrolle. Die Straße kann als Durchgangsstraße verwendet werden. Gleichzeitig ist es aber auch ein Safarigebiet und wenn du aktiv eine Safari machen willst, dann musst du Eintritt bezahlen. Ein kleiner Umweg von 20 min, um ein wenig Safari zu machen, fällt aber keinem auf ;-)

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