Großstadt gegen Wildnis – „Frühstück mit Elefanten“ von Gesa Neitzel

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Meine Reise nach Südafrika im Sommer 2014 hat bei mir mehr als nur einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Diese Reise hat mich mit dem Afrika-Fieber infiziert! Und dieses Jahr werde ich endlich wieder in das südliche Afrika zurückkehren: nach Namibia und Botswana.

Im Zuge meiner Reisevorbereitungen nahm ich mir Gesa Neitzels „Frühstück mit Elefanten – Als Rangerin in Afrika“ vor. Ein Buch, welches eigentlich schon ganz lange auf meiner Leseliste stand. Aber da ist eben auch noch so viel anderes drauf! Doch jetzt hatte ich wirklich einen triftigen Grund, mir das Buch zuzulegen und es endlich zu lesen.

 

Um was geht es?

Die 29-jährige Gesa lebt und arbeitet seit ihrem bestandenen Abitur als Redakteurin beim Fernsehen in Berlin. Klingt doch gut, oder? Doch auch Gesa ist nicht gefeit vor dem Alltagstrott und mit Berlin kann sie sich auch nach Jahren einfach nicht so recht anfreunden. Das Großstadtleben ermüdet sie, sie ist rastlos. Kommt einfach nicht zur Ruhe. Findet ihre innere Mitte nicht. Wann hat sie sich zum letzten Mal eigentlich so richtig lebendig und zufrieden gefühlt? Ihr ist klar: erst vor Kurzem, während ihrer dreiwöchigen Reise durch Südafrika. Klar, im Urlaub ist man doch immer irgendwie glücklicher und ausgelassener als im Alltag.

Doch Südafrika? Das ist irgendwie anders. Als sie in den Flieger zurück nach Berlin gestiegen ist, hat sie Südafrika nicht wirklich verlassen. Sie hat sich nämlich infiziert – mit dem Afrika-Fieber. Und der Gedanke, Berlin stehen und liegen zu lassen und wieder dort hin zu reisen, um sich zur Rangerin ausbilden zu lassen, lässt sie einfach nicht mehr los.

Und warum eigentlich nicht?

Tatsächlich macht Gesa etwas, was sich die meisten Leute wohl nur in ihren kühnsten Tagträumen vorstellen können. Nach einiger Vorbereitung kehrt Gesa Deutschland den Rücken zu und wagt einen Schritt – einen Sprung? – auf unbekanntes Terrain. Sie tauscht Social Media gegen Spuren lesen, Mietswohnung gegen Zelt, Großstadt gegen Wildnis. Weit weg von Berlin, weit weg von der Familie und ihren Freunden stellt sie sich den Herausforderungen des afrikanischen Buschs. Nicht ohne ein mulmiges Gefühl im Bauch beim Abflug, doch kaum ist Gesa so richtig in Afrika angekommen, beginnt für sie das Abenteuer ihres Lebens und gleichsam eine neue Zukunft.

 

Und wie ist es so?

Die knapp 360 Seiten Safari-Abenteuer von Gesa lesen sich flüssig und unterhaltsam. Wie oft hat sie mir, vor allem auf den ersten paar Seiten, aus der Seele gesprochen – und das bestimmt auch vielen anderen Lesern. Auf eine ehrliche und sympathische Art erzählt sie von ihren Wünschen und Träumen, ihren Ängsten und Problemen während ihrer Ranger-Ausbildung. Von der ersten bis zur letzten Seite konnte ich mich gut in sie hinein versetzen. Ich habe mitgefiebert, mitgebangt, mitgeträumt. In meiner Vorstellung habe ich sie auf jeder Pirschfahrt begleitet.

Natürlich klappt nicht immer alles wie am Schnürchen. Unbeschönigt erzählt sie beispielsweise von ihrer Panik, die sie überkommt, als der Abflug nach Südafrika unmittelbar bevor steht. Sie bekommt die typischen „Was habe ich mir eigentlich dabei gedacht?“-Bedenken. Sie hat die falschen Klamotten dabei, ein Handtuch anstelle eines Schlafsacks und kann sich diese drölftausend Vogelarten und -stimmen einfach partout nicht merken. Sie lässt uns an ihrer anfänglichen Unsicherheit teilhaben, an ihrer Prüfungsangst und ihren Patzern. Und die charakterliche Entwicklung, die sie währenddessen durch macht, ist mit jedem voranschreitenden Kapitel immer deutlicher zu spüren.

„Frühstück mit Elefanten“ hat allerdings nicht nur unterhaltsamen Charakter, sondern gibt natürlich auch einige Einblicke in die Safari-Welt des südlichen Afrikas. Gesa schildert die Unterschiede zwischen einem Safari Field Guide und einem Trails Guide, was die Anforderungen an diese Aus- und Weiterbildungen sind und wie ihre Ausbildung abläuft. Sie vermittelt einiges an Know-How über den Umgang mit Wildtieren und was zu tun ist, wenn man eines Tages doch einmal einem wilden Elefanten oder Löwen unverhofft gegenüber steht. Gleichzeitig wirkt ihre Erzählung aber nie trocken oder überfordert den Leser mit zu viel sachlichem Input. Sie erklärt ihren Lesern die Safari-Welt einfach unterhaltsam und spannend. Und ich habe das Gefühl, einiges dazu gelernt zu haben.

 

Was bedeutet Südafrika für mich?

Auch für mich waren meine drei Wochen in Südafrika eine magische Zeit. Ich reise viel und leidenschaftlich, doch nach jeder Reise bin ich bisher auch wieder gerne nach Hause gekommen. Bei Südafrika war das tatsächlich anders, da wollte ich nicht wieder nach Hause. Ich wollte dieses Land noch weiter erkunden. Die Menschen, die mir vor drei Wochen noch völlig fremd waren und die ich auf meiner Reise kennen lernen durfte, wollte ich weiterhin um mich haben. Ich wollte die südafrikanische Sonne auf meiner Haut spüren, mich auf einem Game Drive auf die Suche nach wilden Tieren machen und sämtliche Eindrücke und Erlebnisse des Tages jeden Abend bei einem feuerroten Sonnenuntergang Revue passieren lassen. Südafrika hat mir etwas gegeben, was ich zu dieser Zeit dringend brauchte: Abstand, Ruhe, Zeit für mich. Und nicht nur deshalb ist meine Reise in dieses wunderschöne und abwechslungsreiche Land eine der schönsten, die ich jemals gemacht habe.

 

Fazit

„Frühstück mit Elefanten“ hat meine Erwartungen sogar noch übertroffen. Zwischen den Zeilen kann man lesen, wie viel Herzblut in diesem Buch steckt. Zweifellos war ihre Ausbildung zur Rangerin die Zeit ihres Lebens. Dank dieser großen Portion Mut, die es braucht, um sich solch einem ungewissen Abenteuer zu stellen und dem Ehrgeiz, nach den Sternen zu greifen, scheint sie nun ihren Platz im Leben gefunden zu haben. Ich finde Gesas Lebensweg absolut beeindruckend. Wenn sie kein gutes Vorbild ist, weiß ich auch nicht.

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Hast du „Frühstück mit Elefanten“ gelesen? Wenn nicht, solltest du das unbedingt nachholen! Wie hat es dir gefallen?

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