Flughafen Oslo Gardermoen – Allgemeine Verwirrung neu erfunden

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Das erste Mal, als ich über Oslo nach Nordnorwegen geflogen bin, war im April 2016. Der Flug mit der SAS Scandinavian Airlines ging ab Frankfurt über Oslo nach Evenes. Der Oslo-Gardermoen Airport ist das Drehkreuz für sämtliche Flüge innerhalb Norwegens. Es geht eigentlich fast kein Weg an diesem Flughafen vorbei, wenn man von A nach B möchte.

Seit 2016 bin ich schon unzählige Male über Oslo-Gardermoen hin und her geflogen, und es ist immer wieder aufs Neue ein kleines Abenteuer – etwas nachsichtig ausgedrückt. Denn Oslo-Gardermoen Airport ist ein bisschen anders als andere europäische Flughäfen. Übrigens auch anders als viele internationale Flughäfen, an denen ich bereits umgestiegen bin. Warum?

Fangen wir einmal bei meinem ersten Flug nach Evenes an. Ich musste zwar nicht zum allerersten Mal überhaupt umsteigen, jedoch zum ersten Mal ganz auf mich alleine gestellt. Beunruhigt hat mich der Gedanke jedoch nicht im Geringsten, schließlich habe ich ja schon eine gewisse Erfahrung mit Flugreisen vorzuweisen. Und was sollte mir dabei schon passieren?

Angefangen hat es mit einer Borddurchsage auf der Maschine von Frankfurt nach Oslo. Das Gesagte konnte ich über die Lautsprecher kaum verstehen. Jedoch so viel, dass es um das Gepäck der Passagiere ging, welche ab Oslo einen Anschlussflug hatten. Das betraf mich also auch. Kurz vor dem Aussteigen entschied ich mich, bei einer Flugbegleiterin genauer nachzufragen. Sie bestätigte mir, was ich schon befürchtete: ich musste mein Gepäck trotz Anschlussflug mit SAS in Oslo abholen, damit zu den Domestic Departures gehen, das Gepäck dort neu aufgeben und wieder durch die Sicherheitskontrolle. Und nein, ich bin nicht aus Versehen in die USA geflogen, sondern planmäßig in Oslo, Norwegen, Europa gelandet. So weit, so gut.

Mit fast zwei Stunden hatte ich genügend Umsteigezeit, trotzdem stand ich ein wenig unschlüssig am laufenden Gepäckband. Ob ich das nun wirklich richtig verstanden hatte? Wenige Augenblicke später fuhr mir mein Koffer auf dem Band schon entgegen. Hier fragte ich mich zum ersten Mal, wie viele Gepäckstücke wohl tagtäglich in Oslo strandeten, weil einige Passagiere mit dieser Vorgehensweise nicht vertraut sind und die Durchsage im Flugzeug nicht verstanden haben. Wenn es denn überhaupt eine Durchsage gibt, denn das war bei meinen späteren Reisen nicht immer der Fall.

Ich schnappte mir meinen Koffer, wechselte von International zu Domestic Flights und stand wieder etwas ratlos den anderen Reisenden im Weg herum. Und jetzt, wo gebe ich meinen Koffer wieder ab? Schalter gab es keine, aber schnell entdeckte ich die Selfservice-Automaten, wo ich meinen Koffer selbst aufgeben konnte. Das kannte ich bereits von Frankfurt, das war also nichts Neues. Während sich mein Koffer erneut von mir verabschiedete und davon fuhr, versuchte ich, herauszufinden, wohin ich als nächstes musste. Tatsächlich musste ich noch einmal komplett durch die Sicherheitskontrolle. Ganz nach dem Motto: wenn schon, denn schon.

Als ich die Sicherheitskontrolle hinter mich gebracht hatte und auf dem Weg zu meinem Gate war, war wieder alles beim Alten. Erst recht, als ich gut eine Stunde vor Boarding meines Anschlussfluges nach Narvik an meinem Gate ankam und dort Platz nehmen konnte. Dass ich meinen Anschlussflug trotzdem beinahe verpasst hätte, da mein Gate ohne Vorwarnung geändert wurde, ist wieder eine andere Geschichte.

Fakt war: kam man mit dem Flieger aus einem Land, das nicht Norwegen ist und man musste in Norwegen umsteigen, musste man sein Gepäck immer abholen und neu aufgeben. Bei meinem ersten Rückflug nach Hause habe ich dann außerdem festgestellt: kommt der Flieger aus Norwegen und man steigt in Oslo um, entfällt das Abholen des Gepäcks, dann wird es durchgecheckt. Im Klartext: anderen Flughäfen außerhalb Norwegens ist wohl nicht zu trauen?

Manchmal hatte ich auch nur Handgepäck dabei. Einmal funktionierte der Transit ohne Probleme, ein anderes Mal wurde eine provisorische Sicherheitskontrolle aufgestellt. Ob ich die hätte nutzen sollen/müssen/dürfen, ist mir heute noch nicht klar. Das war es meinen Mitreisenden übrigens auch nicht. Einige sollten durch die Sicherheitskontrolle, andere wiederum nicht – was die andere Möglichkeit war, wusste aber auch keiner.

 

Allgemeine Verwirrung neu erfunden

Und es wird noch besser. Seit Sommer 2017 hat sich der Flughafen Oslo noch etwas ganz Besonderes für seine Passagiere ausgedacht und sich damit selbst übertroffen.

Als ich im Sommer nach Evenes flog, wurde ich, wie gewohnt, in den Transitbereich geschleust. Ich wollte schon mein Gepäck holen gehen – das Prozedere kannte ich ja bereits. Aber irgendwas, das merkte ich, war hier anders. Was wollten die ganzen gelb gekleideten Leute mit den Transit-Schildern in der Hand, die die Leute im Vorbeigehen aktiv abfingen? Dass ich wieder einmal nachhakte, stellte sich als gut heraus, denn auf mein Gepäck hätte ich mich dumm und dämlich warten können. Neuerdings kann es nämlich sein, dass das Gepäck doch nicht abgeholt werden muss, sondern tatsächlich durchgecheckt wird – je nach Flug, je nach Person, je nach – was eigentlich?

Wie es im eigenen Fall abläuft, erfährt man anhand einer großen Anzeigetafel, die bei meiner Ankunft schon von zahlreichen Passagieren umringt und intensiv studiert wurde. Gut, meine Flugnummer wurde auch wirklich in der Liste der betreffenden Flüge aufgeführt, aber was nun? Ich müsse warten, bis mein Name auf der Tafel erscheine – der Name? Ja, ganz recht! Wäre die Situation ein Comic, wären wohl drei Fragezeichen über meinem Kopf aufgepoppt. Aber vermutlich hat man mir meine Verwirrung auch im Gesicht angesehen, ganz ohne Comic und ohne Fragezeichen.

Ich reihte mich abwartend in die Gruppe der anderen Reisenden ein. So standen wir alle nahezu bewegungslos da, starrten gute zehn Minuten auf die Anzeigetafel und warteten darauf, dass irgendetwas passierte. Was auch immer das sein mochte.

Und plötzlich tat sich etwas. Unter meiner Flugnummer erschienen zwar keine vollständigen Namen, dafür aber die Anfangsbuchstaben. Man… Dol…, Fra… Ket…, Lar… Mue… usw. Die Namen kamen in unregelmäßigen Abständen, in keiner alphabetischen Ordnung. Manchmal am Anfang, manchmal in der Mitte und manchmal am Ende der Liste. Das machte es extrem anstrengend, herauszufinden, welcher Name nun neu hinzugekommen und welcher schon vorher da gewesen war. Irgendwann entdeckte ich dann aber doch meinen Namen und ich konnte mit meiner Bordkarte durch die Schranke zu den Domestic Flights fortfahren.

Diese Vorgehensweise gilt natürlich nur auf dem Hinflug nach Norwegen, nicht anders herum! Vermutlich sollte das Umsteigen damit für die Passagiere vereinfacht werden. Vielleicht liegt es auch an den ganzen Gepäckstücken, die mit Sicherheit regelmäßig in Oslo gestrandet sind, während deren Besitzer schon im nächsten Flieger saßen. Aber, mal im Ernst, wie konnte man denn ein bereits verwirrendes System noch undurchsichtiger und komplizierter machen? Da musste ich schon fast lachen, als ich beim Warten auf meinen Anschlussflug gefragt wurde, ob ich bei einer Zufriedenheits-Umfrage über den Flughafen Oslo teilnehmen wollte.

Im Herbst 2017 musste ich dann wieder in Oslo umsteigen. Dieses Mal wieder komplett ohne Aufgabegepäck, um dem chaotischen System aus dem Weg zu gehen. Das dachte ich zumindest. Nur hat mir das nicht viel gebracht, da mein Flug dieses Mal aus der Schweiz kam. Denen traut man scheinbar noch weniger über den Weg als den Deutschen. Denn obwohl ich kein Aufgabegepäck abzuholen hatte, wurde ich nicht durchgelassen. Ich musste stattdessen, trotz verbundener Flugsegmente, wieder komplett raus und – ihr werdet es erraten – mal wieder durch die Sicherheitskontrolle.

Merke: Klar ist am Flughafen Oslo Gardermoen nur, dass gar nichts klar ist.

Noch bei jedem Umstieg dort lief die Abfertigung für mich anders ab als zuvor. Wenn hier irgendwer ein System erkennt, welches ich nicht sehe oder eine einleuchtende Erklärung für diesen aufwändigen Nonsens kennt, nur her damit!

Wer suchet, der findet?

Im Frühjahr fliege ich ausnahmsweise über Stockholm in den Norden, nicht über Oslo. Doch der nächste Flug über Oslo kommt bestimmt. Ich bin gespannt, was mich dann wieder erwartet. Es bleibt spannend!

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Hast du schon Erfahrungen gemacht bezüglich Umsteigen in Oslo?

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