Am seidenen Faden – Canyoning mit Vertical World Adventures auf Mauritius

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Der Kurzurlaub mit meinem Freund auf Mauritius steht vor der Tür und noch ist nicht klar, wie wir unsere Zeit dort vertreiben wollen, sind wir doch absolut keine Strandlieger. Irgendeine Art von Action, etwas Spannendes muss her! So durchforste ich das Internet nach Tipps und stoße plötzlich auf Angebote für Canyoning-Touren mit dem Anbieter Vertical World Adventures.

Canyoning? Habe ich noch nie zuvor gemacht. Und auf die beiläufige Nachfrage bei meinem Freund hin, er auch nicht. Ich kann zudem zwei Fliegen mit einer Klatsche schlagen, da ich auch noch dringend ein gutes Geschenk für seinen runden Geburtstag brauche. Na, wenn das nicht das Richtige für einen sportbegeisterten Outdoor-Junkie ist?

 

Die Buchung

Über die Homepage von Vertical World Adventures kann man sich über die angebotenen Aktivitäten (im Übrigen nicht nur Canyoning – einfach mal reinschauen!) informieren und bei Interesse eine Buchungsanfrage über das Kontaktformular machen. Die Antworten kommen nicht immer sofort, aber mit einem Abstand von höchstens ein, vielleicht zwei Tagen.

Es gibt verschiedene Touren mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Ist man blutiger Anfänger, ist natürlich eine leichte Tour erst einmal sinnvoll. Die Tour 7 Cascades Discovery ist die leichteste von allen, von klein bis groß kann jeder mitmachen und diese wird auch am häufigsten angeboten. Da sie für Anfänger ideal ist, entscheide ich mich für diese.

Was Vertical World dann noch von mir braucht, sind die Namen, das Alter, die Größe und das Gewicht von meinem Freund und mir. Hat man das weitergegeben, alle Unklarheiten aus dem Weg geräumt und sich auf einen Termin geeinigt, muss die gebuchte Tour sofort komplett bezahlt werden – was meiner eher misstrauischen Natur etwas sauer aufstößt, aber ich möchte meinem Freund diese Tour schließlich schenken, da bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als dieses Risiko einzugehen.

Wichtig zu wissen ist vielleicht noch, dass man die Aktivitäten nicht mit Kreditkarte zahlen kann. Entweder man nimmt eine teuere Auslandsüberweisung in Kauf (Mauritius ist nicht SEPA-fähig!) oder man bezahlt das Ganze mit Paypal. Hat man das nicht, ist es dennoch einfacher und günstiger, sich dieses zuzulegen, statt auf eine Auslandsüberweisung zurückgreifen zu müssen.

 

Die Ausrüstung

Eines muss bei der Buchung einer Canyoning-Tour klar sein: man wird nass, und das von Kopf bis Fuß. Wasserscheue haben hier nichts verloren, Wasserratten hingegen sind herzlich Willkommen! Bezüglich der Kleidung muss man sich keine Gedanken machen, denn da werden von Vertical World kurze Wetsuits gestellt.

Ansonsten benötigt man:

  • Bikini oder Badehose (für unter den Wetsuit – am besten schon vorher anstatt Unterwäsche tragen, dann kann man sich ohne Probleme auf dem Parkplatz umziehen)
  • Trockene Socken und Unterwäsche (falls man davor den Bikini bzw. Die Badehose getragen hat)
  • Festes Schuhwerk (da glitschiger Untergrund), das nicht wasserscheu ist (werden komplett nass)
  • Ein Handtuch zum abtrocknen
  • Wasserfeste Sonnencreme!
  • Ggfs. Eine wasserdichte Kamera (wichtig: mit einer großen Schlaufe, damit man sie sich um den Hals hängen kann. Die Hände braucht man beim Abseilen anderweitig!)

Das Handtuch, die frischen Klamotten und das restliche Gepäck lässt man im abgeschlossenen Auto. Wertsachen wie Smartphones etc. nimmt man nach Möglichkeit gar nicht erst auf die Tour mit. Der Parkplatz ist allerdings bewacht und die Autoschlüssel werden von Vertical World eingesammelt und sicher aufbewahrt, bis man wieder zurückkehrt.

Die Ausrüstung für das Canyoning wie Wetsuits, Helme, Seile etc. werden von Vertical World gestellt.

 

Die Anfahrt

Die Adresse mit GPS-Daten erhält man bei der Buchung vorab per E-Mail. Die 7-Cascades-Discovery-Tour startet unweit von Curepipe auf dem Parkplatz der „7 Cascades Lodge“, wo später auch das Mittagessen eingenommen wird und man sich umziehen kann.

Damit die Anfahrt nicht unnötig in Stress ausartet, empfehle ich ein Navi. Ohne Navi ist der Startpunkt nicht unbedingt leicht zu finden, da er außerhalb der Stadt liegt und man erst noch ein paar Minuten durch die Pampa fahren muss.

 

Canyoning: 7 Cascades Discovery

Der Treffpunkt ist schon um 8:45 Uhr – sollte man die „7 Cascades Lodge“ nicht gleich finden, keine Panik, es ist auch nicht ganz so schlimm wenn man ein paar Minuten später eintrifft. Zur Not kann man auch anrufen.

Bevor es los geht, müssen Erklärungen ausgefüllt und unterschrieben werden, die unter anderem auf die Risiken einer Canyoning-Tour hinweisen. Anschließend bekommt man seinen Wetsuit und einen Helm, sowie Halterungen und Gurte für das Abseilen und die Sicherung. Hat das jeder angezogen und angelegt, geht das Briefing los.

Kurz und knackig erklären uns die drei Guides, wie das Abseilen funktioniert und auf was man dringend achten muss. Bevor es dann richtig los geht, darf jeder die erforderlichen Handgriffe fürs Abseilen, Bremsen, Sichern und Entsichern einmal testen, um ein Gefühl dafür zu bekommen. Viel Zeit zum Üben bleibt uns danach nämlich nicht mehr. Nach einem fünfminütigen Fußmarsch zum ersten Wasserfall wird man nämlich, im wahrsten Sinne des Wortes, direkt ins kalte Wasser geschmissen!

Der erste Wasserfall geht direkt 15m senkrecht in die Tiefe. Da wird einem schon mulmig zumute, wenn man nach unten schaut! Zwei der Guides seilen sich direkt nach unten ab, um jeden einzelnen der Gruppe in Empfang zu nehmen, einer bleibt oben und gibt Hilfestellung und letzte Instruktionen. In unserer zehnköpfigen Gruppe bin ich die Zweite, die an der Reihe ist. Während ich so über dem Abgrund baumele, wird mir klar, da muss ich jetzt runter und ich frage mich, ob das vielleicht doch eine Schnapsidee war. Tja, zu spät.

Photo taken by Vertical World Adventures (http://verticalworldltd.com/)

Mit leichtem Herzklopfen seile ich mich vorsichtig Stück für Stück ab, während das Wasser von oben auf meinen Helm trommelt. Mit der richtigen Technik, die einem beim Briefing eingebläut wird, ist beim Abseilen keinerlei Kraftaufwand notwendig und es geht leichter und sanfter nach unten als gedacht. Um Blockaden durch Höhenangst zu vermeiden, gilt auch hier der altbekannte Rat: einfach nicht nach unten sehen! Stattdessen geradeaus auf den Fels.

Erleichtert und stolz komme ich unten an und schwimme auf die andere Seite des Sees, um dort auf meinen Freund und die anderen zu warten.

Bis zum nächsten Wasserfall ist es ein Fußmarsch von ca. fünfzehn bis zwanzig Minuten. Hier macht sich das feste Schuhwerk bezahlt: es geht über Stock und Stein durch den Flusslauf, wo Trittsicherheit vonnöten ist.

Wir kommen aus dem Dickicht heraus, wo der nächste Wasserfall auf uns wartet. Wow, ist das schön hier! Uns eröffnet sich ein weiter Blick über den Canyon, der einfach atemberaubend ist. Dieses Mal sind es schon keine 15m mehr, sondern ganze 40m. Während die Guides damit beschäftigt sind, unser nächstes Abseilen vorzubereiten, versuchen wir vorsichtig, in Richtung Kante krabbelnd, einen Blick auf den Wasserfall zu erhaschen.

Dieses Mal bin ich fast als Letzte an der Reihe. Bis alle anderen sich abgeseilt haben, dauert es eine ganze Weile, aber das Warten lohnt sich. Nach wie vor mit einem etwas mulmigen Gefühl im Bauch, aber dennoch freudiger Erwartung, setze ich mich an die Felskante und mache mich für das Abseilen bereit. Dieses Mal gestaltet es sich jedoch ein bisschen schwieriger als das Mal zuvor: da der Fels nach innen einknickt, ist es schwieriger, sich mit ausgestreckten Beinen abzustützen und ich hole mir den einen oder anderen blauen Flecken am Bein. Ach, scheiß drauf.

Unten angekommen, haben wir uns eine kleine Verschnaufspause und einen Müsliriegel verdient. Doch fertig sind wir noch nicht, die letzte Etappe steht uns noch bevor: eine Zipline mit Landung im Wasser. Hier bedarf es nicht vielen Erklärungen und man kann direkt loslegen. Das Einzige, auf was man achten muss, ist, die Beine gerade nach unten mit Tendenz nach hinten auszustrecken, damit die Landung im Wasser zu keiner Bruchlandung wird. Und schon kann es los gehen! Wer nicht genug bekommen kann, darf auch noch ein zweites oder sogar drittes Mal.

Anschließend machen wir uns wieder an den Anstieg nach oben, zurück zur „7 Cascades Lodge“. Auch hier bin ich dankbar, meine Wanderschuhe anzuhaben, auch wenn sie mittlerweile völlig vollgesogen sind mit Wasser. Aber der Weg nach oben ist nicht ganz einfach, da manche Stellen recht steil oder glitschig sind. Dennoch kommen wir alle wohlbehalten wieder oben an.

Schnell abgetrocknet und umgezogen, bleiben wir noch zum Mittagessen. Es gibt leckeres Hähnchen-Curry mit Reis und Salat. Nach ca. vier Stunden Canyoning tut das Essen richtig gut und wir haben es uns allemal verdient!

Die Bilder, so heißt es, welche einer der Guides während unserer Canyoning-Tour von uns geschossen hat, werden uns innerhalb der nächsten Woche per E-Mail weitergeleitet. Wer also keine wasserdichte Kamera hat oder es sich einfach nicht zutraut, diese mitzunehmen, muss trotzdem nicht auf Bilder verzichten.

 

Fazit

Ein bisschen erschöpft, aber zufrieden machen wir uns wieder auf den Rückweg zu unserem Hotel. Somit stellt sich die letzte große Frage: kam das Geburtstagsgeschenk gut an? Eindeutig ja! Uns beiden hat das Canyoning super viel Spaß gemacht. Die drei Guides waren klasse und sind absolute Profis. Für Anfänger ist die Tour weder zu schwer, noch zu langweilig und die Landschaft ist einfach schön. Das Canyoning mit Vertical World Adventures war das Beste, was wir auf Mauritius erlebt haben!

***

Würdest du dich das trauen? Oder hast du sogar schon eine Canyoning-Tour mitgemacht? Ich würde mich freuen, von deinen Erfahrungen in den Kommentaren zu lesen! 

Du willst wissen, was ich auf Mauritius sonst noch erlebt habe?

2 Kommentare zu „Am seidenen Faden – Canyoning mit Vertical World Adventures auf Mauritius“

  1. Ein paar Tage waren es schon, zumal die Luft auf Mauritius so feucht ist. Richtige Wasserschuhe wären bestimmt gut, wenn man welche hat. Sie dürfen nur nicht rutschig sein.

  2. Hey!
    Wow – wie lange hast du gebraucht bis deine Wanderschuhe wieder trocken waren? so wie es sich anhört, sind Wasserschuhe keine wirkliche Alternative…
    LG Babsi

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